Schlag auf Schlag: Kampl kommt aus Salzburg

Die Verantwortlichen des BVB haben keine Zeit verstreichen lassen und zwei Tage nach dem katastrophalen Ende der Hinserie sowie Stunden nach der Bekanntgabe des Ji-Abschieds die erste Neuverpflichtung getätigt. Der 24-jährige slowenische Mittelfeldspieler Kevin Kampl kommt von RB Salzburg und unterschreibt einen Vertrag bis 2019. Der „Kicker“ berichtet von einer Ablösesumme von 12 Millionen Euro.

Kampl ist Nationalspieler, erzielte für Salzburg in 109 Spielen 29 Tore und bereitete 54 vor. Ob man sich jetzt freuen soll, dass man dem unsäglichen Brause-Imperium einen fähigen Mann weggeschnappt hat, der auch bei der Filiale Leipzig im Gespräch war, oder sich ärgert, dass man ihnen 12 Millionen hinblättert, bleibt jedem selbst überlassen.

Die Notwendigkeit, neue Mittelfeldspieler zu holen, habe ich gerade erst bezweifelt. Was trotz der Rückkehr von Reus und Mkhitaryan sowie der ’neuen‘ Option Kuba den Ausschlag für den Transfer gegeben haben könnte, sind Kampls kolportierte Defensivqualitäten inklusive Gegenpressing und Zweikampfverhalten. Diese Fähigkeiten haben im offensiven Mittelfeld so höchstens Großkreutz und eben Kuba, auf die man derzeit offensichtlich nicht zu 100 Prozent bauen kann. Kampl könnte auf allen Positionen hinter der Spitze spielen, aber auch zentraler im Mittelfeld.

Der Werdegang des neuen Mannes, der in Solingen geboren wurde, liest sich noch nicht wie ein Who-is-Who des europäischen Fußballs. In der Jugend war er zwar bei Bayer Leverkusen, absolvierte aber später kein Pflichtspiel für die Profis, sondern landete über die Stationen Osnabrück und Aalen im Sommer 2012 bei RB Salzburg. Es ist also durchaus ein gewisses Risiko dabei, 12 Millionen für Kampl zu investieren, auch wenn Michael Zorc beteuert, dass man den Spieler schon sehr lange beobachte und er mit seiner Spielweise ausgezeichnet ins Anforderungsprofil passe.

Es ist sicher glaubhaft, dass Kampl kein klassischer Schnellschuss war, auch wenn die frühe Bekanntgabe des Transfers nahelegt, dass der Verein möglichst schnell positivere Schlagzeilen produzieren wollte. Der Preis eines solchen Wintertransfers ist jedoch der Preis. Laut den „Salzburger Nachrichten“ profitiert der BVB bei der Verpflichtung von einer Ausstiegsklausel in Kampls Vertrag, der erst im Sommer bis 2019 verlängert worden war. Das Blatt bzw. die Nachrichtenagentur APA bezeichnen den Slowenen als den „wohl wichtigsten Spieler“ von RB. Die lobenden Töne sind schön zu hören, doch sollten Klopp, Zorc und Watzke sich nun auch kurz- oder mittelfristig der Position widmen, auf der es seit längerem an Qualität mangelt: in der Außenverteidigung.

Willkommen in Dortmund, Kevin II.!

4 Gedanken zu “Schlag auf Schlag: Kampl kommt aus Salzburg

  1. Ich freue mich auf Kampl, ein junger entwicklungsfähiger Spieler, schnell, kreativ, guter Abschluss, der sicher zum BVB Fussball passt. Hinsichtlich der geringen Torgefahr die unser Mittelfeld ausstrahlte musste man etwas machen in der Winterpause. Ob Kevin uns jetzt schon weiterhelfen kann wird sich zeigen. Förderlich sind auf jeden Fall seine Unbekümmertheit und sein Zug zum Tor. Jedoch muss er sich auch erst an das höhere Niveau der Liga gewöhnen. Ob der Preis nun gerechtfertigt war werden wir sicher in einem oder zwei Jahren genau wissen.

    Wäre natürlich schön wenn noch ein Linksverteidiger käme, ich rechne aber leider eher damit das wir mit Schmelle in die Rückrunde starten.
    Evtl. kommt ja noch ein Spieler fürs defensive oder offensive Mittelfeld als Vorgriff auf den bevorstehenden Reus ( oder auch Gündogan ) Abgang im Sommer.

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  2. Präventiv noch einen Mittelfeldspieler zu holen halte ich jetzt nicht für sinnvoll – es sei denn, es ist ein absolutes „Sofort zugreifen sonst ist er weg“-Angebot. Erstens zeigt das denen mit Abwanderungsgedanken ja, dass wir uns schon auf die Zeit ohne sie vorbereiten. Zweitens ist der Markt im Sommer generell entspannter und drittens hätten wir dann vorerst wirklich ein Überangebot im Mittelfeld – wenn es mit den Verletzungen endlich mal normal läuft.

    Was über Kampl zu lesen war, hört sich erst mal gut an. Manche schreiben auch, er habe zwischen neun und elf Millionen gekostet. Aber wie auch immer, was zählt ist bei uns auf dem Platz. ;)

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  3. […] Einen Tag nach der Qualifikation zur Europa League und drei Tage vor Ende der Transferphase kommt Bewegung in die Personalpolitik von Borussia Dortmund. Nach einem guten halben Jahr verabschiedet sich Kevin Kampl bereits wieder nach Leverkusen. Für angeblich elf Millionen Euro schließt er sich bis 2020 dem Werksklub an. Die Verluste für die Borussia halten sich also in Grenzen. […]

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