Egal ob Statement oder Kalkül, Hauptsache Reus

Gestern hatte der BVB-Medienpartner „Ruhr Nachrichten“ über eine entscheidende Annäherung in den Vertragsgesprächen zwischen Borussia Dortmund und seinem Topspieler Marco Reus berichtet. Nur einen Tag später wurde wahr, was viele Schwarz-Gelbe nicht mehr zu glauben gewagt hatten: Unsere Nummer 11 bleibt in Dortmund, verlängert bis 2019 und verzichtet im neuen Vertrag auf eine Ausstiegsklausel. Das Papier gilt sogar für die zweite Liga. Obendrein vermeldet der Verein an seine Aktionäre, dass nun kein Spieler mehr eine Ausstiegsklausel nutzen kann.

Für den BVB ist die Meldung, dass der wichtigste und effektivste Offensivmann bleibt, eine wegweisende Entscheidung in schweren Zeiten. Genau die ‚Experten‘, Journalisten und gegnerischen Fans, die der Borussia zuletzt keine Chance mehr gegeben hatten, Reus zu halten, weil der ja für angeblich 25 Millionen Euro wechseln könne, dürften diejenigen sein, die in seiner Vertragsverlängerung pures Kalkül sehen. Wer aber ernsthaft behauptet, Marco habe gar keine anderen Optionen mehr gehabt, macht sich lächerlich. Egal ob es stimmt, dass Real Madrid ihm auf jeden Fall das doppelte Gehalt wie der BVB geboten hätte. Egal, ob die Bayern, die sich interessiert zeigten ohne klar Stellung zu beziehen, ihn noch wollten. Wichtig für uns ist nur: Wir haben ihn und sie nicht.

Marco Reus wird in Zukunft noch sehr viel mehr Geld in Dortmund verdienen als bisher. Zusammen mit den Großsponsoren bzw. Anteilseignern Opel und Puma soll laut „Kicker“ ein Paket für den Superstar geschnürt worden sein. Gerüchten zufolge liegt das Jahresgehalt bei bis zu 10 Millionen. Das ist unglaublich viel, relativiert sich aber dennoch, wenn man an die jüngste Kapitalerhöhung der Borussia Dortmund KgaA denkt. Ob Reus anderswo viel mehr hätte verdienen können, was manche Kritiker ja auch bezweifeln, ist sowieso nur ein Aspekt. Der Spieler hat sich in einer sportlich schwierigen Situation mit ungewissen Zukunftsaussichten für diesen Verein entschieden. 98 Prozent der BVB-Fans dürfte das Identifikation genug sein.

Ohne Marco wäre der BVB im Sommer nach einem Neuaufbau womöglich nur noch gehobener Bundesliga-Durchschnitt gewesen. Mit ihm kann die Saison 2014/15 vielleicht bald als eine unrühmliche Zwischenepisode ad acta gelegt werden. Natürlich muss erst der Klassenerhalt geschafft werden, natürlich hat unsere Nummer 11 nach seinen Verletzungen und der kollektiven Verunsicherung noch keine Topform. Doch heute ist ganz im Klopp’schen Sinne ein weiterer Tag der Freude! Cheers!

5 Gedanken zu “Egal ob Statement oder Kalkül, Hauptsache Reus

  1. Eine schöne Nachricht, auch für Nicht-Borussen.

    Selbst wenn die Zyniker recht behalten: wenn ihn jemand unbedingt haben will, muss er jetzt sehr tief in die Tasche greifen – in jedem Fall eine gute Sache.

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  2. Gratulation an Dortmund, finde ich klasse das ihr den Marco halten konntet. Das er in der Bundesliga bleibt finde ich toll für die Liga. Und das er nicht dem großen Geld nach München oder sonst wohin folgt ist auch klasse. Falls das nicht ein Schachzug war um den Preis nach oben zu drücken^^.

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  3. Es war eine fantastische Nachricht für uns und auch ein bisschen Futter für Fußball-Romantiker – bei allem sonst oft berechtigten Zynismus in diesem Business.

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  4. Ganz witzig gestern die Anekdote in der Sportbild.. Reus habe sich wohl mit niemandem getroffen und alle europäischen Spitzenclubs außer der FC Chelsea hatten ihr Interesse bekundet. Der Einzige Verein der das den Verantwortlichen natürlich nicht mitgeteilt hat, waren die Freunde aus dem Süden.

    Hinzu kommt eine Statistik aus dem Kicker :
    Seit Marco beim BVB ist (2012) hat er mehr Tore und Assists gegeben als Robben oder Ribery wettbewerbsübergreifend. Zudem war er auch weniger Tage verletzt als einer der beiden Spieler aus München. Gerade die verletzungsanfälligkeit wird ihm ja gerne unterstellt.

    Einzige Anmerkung hinsichtlich Watzke. Er sollte die Spitzen Richtung Süden mal sein lassen. Sicher werden ihm diese immer wieder vor die Nase gehalten und auch oft falsch zitiert, aber die ständigen Äußerungen kommen manchmal etwas weinerlich rüber.

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  5. Das macht es umso schöner und beachtlicher, dass Reus geblieben ist. Und es lohnt sich, wie wir auch auf dem Platz sehen. Auch bei Watzke: Volle Zustimmung, auch wenn er natürlich nicht ganz falsch liegt.

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