Hauch der Vergangenheit

Borussia Dortmund steht also – manche werden davon gehört haben – im Pokalfinale und ich konnte das Spiel nur mit den Ohren verfolgen. Zwar bringt auch ein heulender Nobby Dickel Emotionen rüber, aber es war nach diesen 120+ Minuten doch bitterer, nicht ‚dabei‘ gewesen zu sein als ich gedacht hatte. Die Bayern wurden von der jüngeren Vergangenheit eingeholt, bekamen einen Elfmeter verwehrt und dem BVB wurde korrekterweise ein Tor zugesprochen, das ihm vor einem Jahr noch vorenthalten worden war.

Mit dem vergleichsweise nüchternen Blick des Ausgeschlossenen kamen Erinnerungen an 2008 hoch: eine enttäuschende Bundesligasaison der Schwarz-Gelben bedeutete trotz Pokalfinaleinzug das Ende für den Trainer und ein dynamischer Nachfolger wurde bekannt gegeben. Die gewaltigen Unterschiede muss ich nicht aufzählen, doch auch diesmal macht sich vor dem Pokalfinale – das hoffentlich erfolgreicher als damals endet – Umbruchstimmung breit. Für manche steht auch der Abschiedsschmerz im Vordergrund oder sogar Endzeitstimmung. Auf jeden Fall endet eine Ära, die weit schöner war als jene vor 2008.

Eine Ära hat Ilkay Gündogan, dessen Abschied ebenfalls während meiner Abwesenheit bekannt gegeben wurde, nicht geprägt. Er geht spätestens 2016, aber eigentlich möchten alle Beteiligten, dass es bereits in den kommenden Monaten so weit ist. Da das auch die potenziellen Interessenten wissen, kann die Borussia wohl keine Wahnsinnssummen erwarten. Zu hoffen bleibt wohl nur, dass es mehrere Bewerber um seine Gunst gibt. Ob es eingedenk Ilkays Verletzungshistorie auch die richtigen, solventen Klubs sein werden?

Gündogan hat dem BVB nie in besonderer Weise seine Treue versichert. Er wurde während seiner Verletzung vom Verein, nach allem was wir wissen, gut unterstützt, aber das darf man auch erwarten. Wenn er die Borussia jetzt verlässt, wird ihm wohl niemand auf immer und ewig böse sein. Ilkay hat es aber auch nicht geschafft, sich langfristig ins Gedächtnis der BVB-Fans zu spielen. Und sportlich wird man ihn nach den Eindrücken der letzten Monate ersetzen können.

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