Die Luft vor dem Start

Was da nun genau in der Luft liegt – wer will das schon sagen? Der Bundesliga-Saisonauftakt 2015/16 beschert Borussia Dortmund ein Abendspiel gegen die andere Borussia, den amtierenden Tabellendritten und Champions League-Teilnehmer. Und es ist verdammt schwer abzuschätzen, wie die Schwarz-Gelben mit einem Gegner solchen Kalibers zurechtkommen.

Die bisherigen Partien unter Thomas Tuchel haben sich gut angelassen, es gab kein Gegentor in den Pflichtspielen. Aber natürlich sind Wolfsberg und Chemnitz nicht der Maßstab, um schon irgendwelche Aussagen zu tätigen. Wer sich unvoreingenommen auf den neuen Trainer einlässt, kommt dennoch zu dem Schluss, dass dieser einen positiven Eindruck macht. Niemand braucht einen zweiten Klopp, denn eine Kopie ist meist nicht so gut wie das Original. Dass ‚die BVB-Fans‘, ‚die Westfalen‘ oder ‚die Ruhrpott-Bewohner‘ nur einen Typ wie Kloppo akzeptieren, war schon immer eine bloße Zuschreibung von außen. Sichtbar ist dagegen: Tuchel lässt mehr den Ball zirkulieren, verschiedene Formationen erproben und hat bisher Erfolg.

Gegen Mönchengladbach wird natürlich gerade die scheinbar gefundene defensive Stabilität auf die Probe gestellt. Es ist bekannt, dass ich vor allem auf den Außenpositionen der Viererkette die Schwachstellen vermute. Lukasz Piszczek und Marcel Schmelzer dürften zunächst mal auflaufen, denn Erik Durm hat auch am Donnerstag noch nicht trainiert. Dudziak steht derzeit wohl noch hinter Schmelle. Es bleibt nur zu hoffen, dass Thomas Tuchel genau hinschaut.

Viele werden erst mal gespannt zwischen die Pfosten schauen. Alles andere als eine Entscheidung für Roman Bürki wäre dort eine Überraschung und eher kontraproduktiv. Noch spannender ist deshalb, ob Weigl, Castro oder Bender neben Ilkay Gündogan ran dürfen. Entscheidend für den Spielverlauf könnte sein, ob Henrikh Mkhitaryan seine ausgezeichnete Frühform gegen das Favre-Team konservieren kann und zum kongenialen Partner von Marco Reus wird.

Gladbach sah im Pokalspiel bei St. Pauli zunächst gar nicht gut aus, um dann in der zweiten Hälfte umso überzeugender zurückzukommen und die Partie keine Minute mehr aus der Hand zu geben. Echte Formvorteile kann sich der BVB also nicht ausrechnen. Ja, die andere Borussia hat Christoph Kramer und Max Kruse verloren – aber das waren zuletzt zumindest nicht die Spieler, die den schwarz-gelben Jungs die meisten Probleme bereitet haben. Und mit Drmic sowie vor allem Lars Stindl haben Max Eberl und Lucien Favre echte Qualität ins Team geholt. In der Abwehr, wo bei den Gästen ein paar Spieler fehlen, wird voraussichtlich Chelsea-Leihgabe Andreas Christensen sein Liga-Debüt geben. Dennoch: Hier könnten die Gladbacher verwundbar sein.

Ein besseres Topspiel hätte sich die DFL für den ersten Spieltag nicht aussuchen können, das muss man den Verantwortlichen lassen. Hohes Tempo, viele Offensivaktionen und gehörige Spannung – es würde doch sehr verwundern, wenn wir nicht alle diese Attribute zu sehen bekommen.

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