Thomas Tuchels wunderbare Welt des Fußballs

1. Bundesliga, 1. Spieltag / BVB 4 Mönchengladbach 0

Wer sich vor dem Spiel Borussia gegen Borussia eine packende, enge Partie mit Chancen hüben wie drüben und einem allenfalls knappen Sieg von wem auch immer ausgemalt hatte, wurde gestern Abend von der Realität blitzschnell überholt. Und diese Realität war strahlend schwarz-gelb. Im ersten Ligaspiel fabrizierte das Team von Thomas Tuchel eine Leistung, die sogar besser war als im schnöden Lehrbuch – und vor allem die beste Leistung des BVB seit langem.

Man könnte jetzt bereits von einem Meisterstück des neuen Trainers sprechen und sogar gewichtige Gründe dafür anführen. Die Schwarz-Gelben zeigten nicht nur flüssige Kombinationen nach vorne, sondern auch ein äußerst souveränes Ballbesitzspiel, wie es die sogenannten Experten bei Jürgen Klopp vermisst hatten. Ging der Ball verloren, wurde er häufig schon im Mittelfeld, und durchaus auch von den offensiv ausgerichteten Spielern, zurückerobert. Erstaunlich ist, wie es Tuchel geschafft hat, den jungen Julian Weigl, in der letzten Saison noch bei 1860, auf sein gestern gezeigtes Niveau zu bringen. Und betrachtet man nur den gestrigen Abend, würde man dem Trainer auch zutrauen, aus Marcel Schmelzer doch noch einen Dede zu machen.

Das Einzige, was man gegen die nun einsetzenden, berechtigten Lobeshymnen, das Gerede von der Rückkehr als Bayern-Jäger einwenden kann: Es war eben nur ein Spiel. Gegen einen Champions League-Teilnehmer, klar. Aber gegen einen, der sichtlich überrascht von der neuen Kraft des BVB war und der seine eigene Abwehr wegen Verletzungen und Sperren neu formiert hatte. Es zeigte sich, dass Gladbach unter diesen Voraussetzungen eben nicht das Niveau von Wolfsburg und den Bayern hat.

Trotzdem: Der gestrige Auftritt der Schwarz-Gelben war ganz groß. Und sollte genossen werden, solange es geht. Es waren ja bei weitem nicht nur Weigl und Schmelzer, die glänzten. Ilkay Gündogan wirbelte, wie man ihm das zum jetzigen Zeitpunkt nie und nimmer zugetraut hätte. Mats Hummels war nicht nur Abwehrchef, sondern eben auch wieder wichtiger Aufbauspieler. Pierre-Emerick Aubameyang ist ein Klasse-Stürmer, der nicht nur von seiner phänomenalen Schnelligkeit lebt, sondern inzwischen auch richtig saubere Pässe spielt. Und, bei aller Vorsicht: Es könnte die Saison von Henrikh Mkhitaryan werden. Dass es Marcoreus drauf hat, wussten wir ja sowieso schon.

Das Wichtigste ist jetzt, einfach weiter zu arbeiten. Denn natürlich kann die Entwicklung des Teams noch nicht abgeschlossen sein, egal ob da jetzt ein neuer Trainer auf der Bank sitzt oder nicht. Vermutlich wird schon die Europa League-Partie in Norwegen, spätestens aber das Auswärtsspiel in Ingolstadt weniger spektakulär ablaufen. Doch selbst wenn die Leistung gegen Gladbach vorerst einzigartig bleiben wird, haben Tuchel und die Spieler gezeigt, was für ein Potenzial im Kader steckt. Das ist ein Versprechen, das hoffentlich eher früher als später wieder eingelöst werden wird.

Passend zum gelungenen Wochenende war auch die Pokal-Auslosung am Freitag, als uns Bayern-Fan Felix Neureuther ein Heimspiel gegen den SC Paderborn bescherte. Und seinen Bazis eine Reise nach Wolfsburg sowie unserem gestrigen Gegner eine nach Gelsenkirchen.

Die Aufstellung: Bürki – Piszczek, Sokratis, Hummels, Schmelzer – Weigl – Reus (78. Kampl), Gündogan, Kagawa (85. Bender), Mkhitaryan – Aubameyang (78. Ramos). Tore: Reus, Aubameyang, Mkhitaryan (2)

2 Gedanken zu “Thomas Tuchels wunderbare Welt des Fußballs

  1. Starke Leistung der Dortmunder. Allerdings präsentierten wir uns gewohnt schwach da. Mit einem Zweikampfverhalten das eines Bundesligisten nicht würdig war. Nunja wenigstens mussten wir kein Eigentor schießen um als Verlierer vom Platz zu gehen^^.

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  2. Angesichts der Folgespiele von Gladbach hast du sicher auch Recht. Fragt sich, wie viel Verunsicherung aus dem Borussen-Duell da noch mitgespielt hat. In dem Spiel glaube ich halt, dass Gladbach auch ein bisschen überrumpelt davon war, wie überraschend gut selbst das Spiel auf engem Raum beim BVB funktioniert hat.

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