Spannung, Spiel und ein Sieg wie Schokolade

Europa League, Play-Offs / Odds BK Skien 3 BVB 4

Auch in der Europa League wird ein gepflegter Ball gespielt. Das musste Borussia Dortmund in den Play-Offs am Donnerstag auf die harte Tour lernen. 0:3 nach 22 Minuten – nicht mal die schlimmsten Pessimisten oder S04-Fans hätten daran nach dem Auftritt von Samstag geglaubt. Die Gründe sind schwer einzuschätzen – womöglich war es eine Kombination aus den Gegebenheiten des ungewohnten Kunstrasens, der daraus resultierenden Angst vor Verletzungen und der Unterschätzung des Gegners.

Eine durch Castro nicht verhinderte Flanke mit folgender Ratlosigkeit bei Ginter und Co, falsche Laufwege nahezu der kompletten Abwehr beim zweiten Gegentor und der endgültige Beweis, warum der neue Roman die verdiente Nummer 1 ist – es war eine Verkettung dummer Fehler, die zum hohen Rückstand führte. Gegen ein anderes Team wäre das schwer aufzuholen gewesen, aber vielleicht auch nicht passiert. Gestern war die Borussia in Skien tatsächlich meistens Herr der Lage und es wurde schnell deutlich, dass sich die norwegischen Gastgeber selbst mit diesem Ergebnis nicht sicher fühlen konnten.

Das schnelle 2:3 nach der Pause war natrürlich wichtig für den Fortgang der Aufholjagd. Ihr Ausgang hinterlässt dann endgültig ein süßes Gefühl, denn selbstverständlich ist so ein Vier-Tore-Lauf nicht. Auf Pierre-Emerick Aubameyang ist Verlass, auch wenn er eine hundertprozentige Chance Slapstick-haft verdaddelte. Letztendlich stehen zwei Tore auf seinem Konto und Henrikh Mkhitaryan sorgte per Kopf für den Sieg.

Lehren kann man aus dieser Energieleistung, diesem tollen Schlagabtausch durchaus ziehen: Die Außenverteidigung bleibt ein Platz zum Tüfteln. Während sich Marcel Schmelzer auf links erneut ins Spiel kämpfte und eine gute zweite Hälfte hinlegte, war die Option, Gonzalo Castro wie einst in Leverkusen rechts hinten aufzubieten, ein Fehlgriff. Zwar scheint Lukasz Piszczek nicht schwerer verletzt zu sein, aber die Position sollte in der Diskussion bleiben. Weiter vorne auf der rechten Seite wirkte auch Kevin Kampl bemüht, aber sehr ineffektiv. Shinji Kagawa fand dagegen nach schwachem Start immer besser ins Spiel.

Fazit: Die Startelf vom Gladbach-Spiel wusste besser zu gefallen – dennoch boten die schwarz-gelben Jungs auf dem Platz am Ende großes Entertainment, das nicht nur den rund 2000 BVB-Fans im Stadion gefallen haben dürfte.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Castro (46. Sokratis), Ginter, Hummels, Schmelzer – Bender (68. Weigl) – Kampl (63. Ramos), Gündogan, Kagawa, Mkhitaryan – Aubameyang. Tore: Aubameyang (2), Kagawa, Mkhitaryan

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s