Deadline Day: Dortmund ohne Kuba – Kevin in der Warteschleife

Gerade hat man noch über Real Madrid gelacht, da hat auch Borussia Dortmund seine Transfer-Posse. Wenn auch, nach allem was man weiß, ohne eigenes Zutun. Sie betrifft ausgerechnet den Ur-Borussen Kevin Großkreutz. Der stand kurz vor einem Wechsel zu Lukas Podolski und Galatasaray, doch der türkische Spitzenklub hat wohl versäumt, alle Unterlagen rechtzeitig, bis zum späten Montagabend, einzureichen. Nun ist die Durchführung des Transfers von der Gnade der Fifa abhängig, die eine Ausnahme bei ihren Fristen machen müsste – was in der Vergangenheit eher selten geschehen ist. Kevin darf solange nicht mal bei Gala mittrainieren.

So verständlich der Transfer aus Thomas Tuchels sportlicher Perspektive ist, so unwürdig verläuft nun das Ende der BVB-Karriere von einem von uns. Ohne dass die Borussia viel dazu kann, doch traurig ist das trotzdem.

Auch der Abgang von Jakub ‚Kuba‘ Blaszczykowski war angesichts der großen Konkurrenz im Mittelfeld nachvollziehbar. Der polnische Mittelfeldspieler wird mit Kaufoption bis Saisonende an den AC Florenz verliehen. Ein Wiedersehen nächsten Sommer ist unwahrscheinlich, aber nicht so sehr wie bei Ciro Immobile. Kuba war häufiger verletzt und zuletzt selten erste Wahl. Aber auch sein Abschied tut ein wenig weh; nicht nur, aber erst recht, weil er preisgegeben hat, aus Respekt vor den BVB-Fans ein Angebot des blauen Revierrivalen abgelehnt zu haben. Gerade in diesen Tagen ist das scheinbar ein Kontrapunkt zur Macht des Marktes.

Dass nun Hans-Joachim Watzke erschöpft und etwas quengelig die Vorverlegung der Transferphase verlangt hat, gehört zu dem Teil seiner Aussagen, die eher tagesaktuell-populistisch und weniger durchdacht sind. Das Transferfenster funktioniert seit Jahren genau so, nur dass Borussia Dortmund es bisher immer geschafft hat, sich aus dem gröbsten Trubel kurz vor Torschluss herauszuhalten.

Immerhin gehören die Schwarz-Gelben auch zu den Profiteuren. Von Manchester United wird der 20-jährige offensive Mittelfeldspieler Adnan Januzaj ausgeliehen. Der Belgier gilt in England als vielversprechendes Talent und kam bisher zu 47 Einsätzen in der Premier League. In Dortmund hat er einen Vertrag bis Juni 2016 unterschrieben, die „Ruhr Nachrichten“ berichten außerdem von einer anschließenden Kaufoption. Mit Adnans Verpflichtung dürften rein sportlich die Abgänge von Kuba und möglicherweise Kevin mehr als aufgefangen sein. Man darf jetzt schon gespannt auf die Zeit nach der Länderspielpause sein.

Schon am Sonntag verabschiedete sich Oliver Kirch zum SC Paderborn. Die schwach in die zweite Liga gestarteten Ostwestfalen können Verstärkungen dringend gebrauchen. Natürlich macht auch dieser Transfer angesichts der sportlichen Perspektiven Sinn. Doch auch bei Oliver kann man sich nur bedanken. Seine Verpflichtung hat sich letztlich viel mehr gelohnt als das zunächst vorstellbar war.

Abgesehen vom Status Quo in Sachen Großkreutz kann man den BVB-Verantwortlichen überzeugende Arbeit in diesen verrückten letzten Tagen attestieren. Mit einer Ausnahme: Moritz Leitner scheint sich als absoluter Ladenhüter erwiesen zu haben. Oder Tuchel und Zorc sehen in ihm noch etwas, was ich beim besten Willen nicht erkennen kann. Dass Adrian Ramos bleibt und kein neuer Stürmer kommt, ist dagegen absolut nachzuvollziehen.

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