Fußballverbot und ein kaputter Zeh

Zwei Ur-Dortmunder haben jeweils ein Problem. Kevin Großkreutz das deutlich größere. Die Fifa hat entschieden, dass der Transfer des Allrounders vom BVB zu Galatasaray wegen fehlender Unterschriften nicht anerkannt wird. Großkreutz und sein neuer Verein haben jedoch beschlossen, den Wechsel trotzdem durchzuziehen. Für den schwarz-gelben Jungen bedeutet das, in Istanbul monatelang nur trainieren zu können, bis sich Anfang Januar das Transferfenster wieder öffnet.

Die Schuld an der selbst im europäischen Rahmen seltenen Blamage trägt laut türkischer Presse der in der Folge entlassene „Vize-Verwaltungsmanager“ von Galatasaray. Er hatte unvollständige Unterlagen abgeschickt. Kevin Großkreutz ist nun in einer extrem bedauerlichen und für einen Fußballer bitteren Situation. Natürlich müssen sich aber neben den Vereinen auch er und sein Berater fragen lassen, warum sie bis zur buchstäblich letzten Minute mit dem Transfer gewartet haben. Möglich, dass Kevin bis zuletzt auf eine Wende und den Verbleib in Dortmund gehofft hat. Wahrscheinlicher ist wohl, dass sich er und Konstantin Liolios andere Optionen offen halten wollten, etwa einen Wechsel in die geschätzte Premier League.

Dass Kevin trotz Spielverbot schon jetzt nach Istanbul wollte, ist durchaus respektabel und hat wohl kaum mit „verbrannter Erde“ zu tun. Vielmehr dürfte es daran liegen, dass gerade er sich die Borussia nicht als Verlegenheitslösung vorstellen konnte. Schwarz-gelb ging bei ihm nur ganz – und dazu gehörte auch die zweite Mannschaft – oder gar nicht. Es bleibt zu hoffen, dass Kumpel Podolski Kevin am Bosporus vier Monate aufmuntern kann und die beiden nicht zu viel Schabernack treiben. Vielleicht reichen für den Emotionsmenschen Großkreutz auch Freundschaft und die allgegenwärtige Fußball-Begeisterung dort, um sich halbwegs wohlzufühlen. Es ist ihm sehr zu wünschen!

Neben einer fehlenden Spielberechtigung mutet selbst eine Verletzung wie die von Marco Reus harmlos an. Zum wiederholten Mal kann unsere Nummer 11 deswegen nicht an Länderspielen teilnehmen. Wichtiger ist jedoch, dass der Haarriss in der großen Zehe keinen langfristigen Ausfall zur Folge haben dürfte. Reus zeigte sich zuletzt in starker Form und könnte Thomas Tuchel und dem BVB beim Heimspiel gegen Leverkusen am 20. September schon wieder zur Verfügung stehen.

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