Was geschrieben werden muss

1. Bundesliga, 8. Spieltag / Bayern München 5 BVB 1

Da half alle Rotation nichts, die unter der Woche zu einem glanzlosen und durch Fan-Ausschreitungen getrübten Unentschieden in Thessaloniki beigetragen hatte: Borussia Dortmund ist in München untergegangen. Mit 1:5, genau wie der Pokalsieger VfL Wolfsburg. Fans, die schwarz und gelb schon länger als seit 2012 verfolgen, werden sich erinnern, wie die Borussia 2009 unter Jürgen Klopp sogar zu Hause mit demselben Ergebnis unterlag. Auch damals hatte man gut begonnen, Mats Hummels sogar die Führung erzielt. Sie sollte keinen Bestand haben – am Ende hatte übrigens Thomas Müller einen Doppelpack erzielt.

Sind wir also wieder da, wo alles begann? Bevor die Borussia gegen die Bayern konkurrenzfähig wurde? Es scheint so. Und egal, wer es hören will: Der FCB dominiert die Liga derzeit nach Belieben und langweilt den Großteil der Fußballfans inzwischen gewaltig. Denn es sind ja nicht nur die Schwarz-Gelben, die Federn lassen müssen: Sobald es gegen einen ‚großen‘ Gegner geht, schalten die Münchener eben einen Gang hoch und tun, was sie tun müssen. In der Liga wie in der CL-Gruppenphase.

Bin ich ein schlechter Verlierer, weil ich das, zum wiederholten Mal, niederschreibe? Oder ist es einfach common sense, dass die Meisterschaft zu vorhersehbar geworden ist? Natürlich sind diese Spiele gegen Bayern keine Vorführungen von Minute 1 bis 90. Das war auch für Wolfsburg nicht so. Die Borussia begann ja positiv, hatte mit einem soliden Mittelfeld mit Castro, Weigl und Gündogan zunächst Vorteile. Doch die Stärke der Bayern besteht gerade darin, selbst kleine bis mittlere Fehler gnadenlos zu bestrafen. Da heben Piszczek (beim 0:1) und Bender (beim 1:3) das Abseits auf, so dass Roman Bürki zu waghalsigen und unglücklichen Rettungsaktionen gezwungen wird. Selbst wenn der Torwart keinen Sahnetag hatte: Auf seine Kappe geht die Niederlage sicher nicht.

Als die Bayern die Spielkontrolle an sich reißen konnten, Mitte der ersten Hälfte, da half dann nicht nur die Klasse eines Thomas Müller, sondern auch mal wieder der Schiedsrichter. Den zweiten Faller der Gastgeber im Strafraum bewertete Marco Fritz pflichtschuldig als elfmeterreif, obwohl Mkhitaryan Thiago allenfalls leicht touchiert hatte. Im Lamentieren bleiben die Bayern übrigens auch meisterlich.

Der Fakt gehört zur Story dazu – genauso wie die finanziellen Möglichkeiten des FCB. Betrachtet man nur die aus schwarz-gelber Sicht triste Begegnung heute, muss man natürlich erneut darauf hinweisen, dass die Besetzung der Viererkette und insbesondere deren Außenpositionen nach wie vor nicht endgültig gelöst ist – auch nicht durch die wilden Umbesetzungen (Piszczek links, Sokratis rechts, dafür Bender innen – Schmelle war verletzt) von Thomas Tuchel. Und natürlich nutzt man die wenigen Gelegenheiten in München am besten – es hätte auch mit 2:2 in die Pause gehen können. Dass das 1:3 nicht mal eine halbe Minute nach Wiederanpfiff der endgültige Nackenschlag war, darüber sind sich sowieso alle einig.

Nun ist Länderspielpause. Sollte man sich vielleicht mal wieder anschauen, so ein Länderspiel.

Die Aufstellung: Bürki – Sokratis, Bender, Hummels, Piszczek – Weigl – Gündogan, Castro (53. Januzaj) – Kagawa (53. Reus), Aubameyang, Mkhitaryan. Gelbe Karte: Aubameyang. Tor: Aubameyang

3 Gedanken zu “Was geschrieben werden muss

  1. Ich sehe mittlerweile die Niederlage gelassen. Es ist das eingetroffen was viele im Vorfeld vermutet haben, Unser Anspruch ist es unter die ersten 4 (besser noch 3) zu kommen und da die anderen Mannschaften auch Punkte liegen gelassen haben bleibt alles im Rahmen.

    Die Schiedsrichterleistung war die Beste seit langem nach meinem Empfinden. Das Foul an Tiago als Strafstoß zu werten war vertretbar. Alaba für seinen Zupfer an Aubas Trikot die gelbe Karte zu zeigen auch.
    Das erste und das dritte Tor waren sicherlich auch der mangelnden Abstimmung der Viererkette geschuldet. Selbst Bürki ging nicht entschlossen genug zur Sache. Dennoch machte vor allem Bender seine Sache am Anfang gut und auch Sokratis hielt Costa weitestgehend in Schach.

    Ich denke nicht das die Partie anders ausgegangen wäre wenn Schmelzer und Ginter gespielt hätten, ärgerlich ist nur das viele Tore wirklich vermeidbar gewesen wären. Aber so ist das nunmal ohne Fehler würden keine Tore fallen.

    Nach 3 nicht gewonnenen Spielen in der Liga sollten wir möglichst in Mainz wieder punkten, was schwer genug wird, denn Mainz scheint momentan einen Lauf zu haben. Bleibt zu hoffen das die Jungs ohne Verletzungen von den Länderspielen zurückkehren.

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  2. Ich habe insgeheim auch mit einer Niederlage gerechnet, aber nicht mit so einer. Da wurde vielleicht von Tuchel doch etwas zu gewagt experimentiert – auch wenn wir wohl so oder so verloren hätten. Zum Elfer: Ja, Thiago wird getroffen, aber der Faller war extrem theatralisch – deshalb für mich allenfalls eine 50:50-Entscheidung. Und die gehen halt sehr häufig zugunsten der Bazis aus. Gelb für Alaba fand ich allerdings auch noch ok.

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