DO trotzt dem Schema F

1.Bundesliga, 16. Spieltag / BVB 4 Eintracht Frankfurt 1

Nach sieben Minuten der letzten Bundesliga-Begegnung dieses Spieltags gab es unter BVB-Fans wohl einen sehr weit verbreiteten Gedanken: Nicht schon wieder. Die Schwarz-Gelben hatten in der Anfangsphase unheimlich Druck gemacht und sich dann beim ersten Eintracht-Angriff gleich kalt erwischen lassen. Also schon wieder die Baustelle Abwehr, mit einem halbherzigen Hummels. Und warum hatte der Tuchel bloß einen fitten Sokratis auf der Bank gelassen?

Am Ende der gut 90 Minuten konnte man keinem Borussen inklusive Trainer mehr einen Vorwurf machen. Mats Hummels hatte mit einem Klassepass in die Tiefe den Ausgleich vorbereitet und später das 3:1 erzielt. Eine Unaufmerksamkeit hatte er mit viel Präsenz, gerade auch nach vorne, wieder mehr als wettgemacht.

Weiter zu arbeiten mit Geduld und Übersicht, das machte heute den Unterschied gegenüber der Partie gegen PAOK aus. Natürlich griff die Eintracht nach der Führung erst recht auf ihr übliches Schema gegen spielstarke Teams zurück. Es war gegen den Ball ein Spiel mit zwei Abwehrreihen, fünf bis sechs Leute ganz hinten und drei davor, die frühestens Mitte der eigenen Hälfte attackierten. Die Borussia tat sich eine Zeit lang schwer damit, blieb aber geduldig und hatte am Ende 75 Prozent Ballbesitz.

Richtig packend wurden die zehn Minuten vor der Pause: Megachancen und dann noch der von Aubameyang verschossene Elfmeter, dem die Gelb-Rote Karte für Medojevic vorausging. In dieser Phase waren auch die Gäste etwas mutiger. They loved to entertain us.

Wäre die Partie in der zweiten Hälfte nicht noch deutlich gewonnen worden, man hätte sich sicher die ganze Woche die Haare gerauft über die zwei vergebenen Größtchancen von Henrikh Mkhitaryan. Zum Glück hatte unsere Nummer 10 ja schon den Ausgleich erzielt und auch sonst ein gutes Spiel gemacht. Und die anderen waren ja da. Schnell wurde deutlich, dass die Eintracht ihre Festung in Unterzahl nicht ewig würde halten können.

Nachdem Aubameyang nach grandiosem Außenristpass des eingewechselten Kagawa das 2:1 und eben Mats das dritte Tor gemacht hatten, ließ man es dann ruhiger angehen und den Ball lange zirkulieren. Ökonomisch darf man das nennen. Richtig berauschend war es nicht mehr, aber es gab ja noch die Schlusspointe. Auch Einwechselstürmer Adrian Ramos machte noch seine Bude, allerdings aus Abseitsposition.

Klar, ohne die – im Eintracht-Lager sicherlich umstrittene – Ampelkarte wäre es schwieriger geworden. Aber der BVB hat dennoch bewiesen, dass er sich auch gegen extrem defensive Mannschaften durchsetzen kann. Die DVD zum heutigen Spiel dürfte von Thomas Tuchel noch öfter als Schulungsmaterial eingesetzt werden. Am Mittwoch in Augsburg allerdings wird es anders zugehen. Ein Pokalkracher kurz vor Weihnachten, was gibt es Schöneres? Nur abschalten darf man dort nicht, fragt mal die Blauen!

Die Aufstellung: Bürki – Piszczek, Bender, Hummels (79. Sokratis), Schmelzer – Weigl – Mkhitaryan (82. Ramos), Gündogan, Castro, Reus (43. Kagawa) – Aubameyang. Tore: Mkhitaryan, Aubameyang, Hummels, Ramos

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