Der Weihnachtsmann ist kein Dortmunder Junge

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1. Bundesliga, 17. Spieltag / 1. FC Köln 2 BVB 1

Als die Bundesligapartie in Köln gestern dem BVB kurz vor Schluss auch vom Ergebnis her entglitt, erinnerte man sich als Fan wieder, noch bevor es uns Sky verriet: Weihnachten kann die Borussia nicht so gut. Nicht mehr. Schon das dritte Jahr in Folge verloren die schwarz-gelben Jungs das letzte Ligaspiel vor der Bescherung. Doch natürlich ist es ein himmelweiter Unterschied zur Situation nach der 1:2-Niederlage in Bremen vor einem Jahr. In dieser im Idealfall besinnlichen Zeit sollte man sich noch mal in Erinnerung rufen, welch weiten Weg der BVB seither schon wieder gegangen ist.

Trotzdem: Ärgerlich war das ganz ohne Zweifel. Und es stellt sich die Frage, warum die Spieler ein so anderes Gesicht zeigten als beim Last-Minute-Sieg in Wolfsburg. Auch andere Teams haben schließlich unter der Woche Pokal gespielt und am Samstag gewonnen. Klar, die Gesamtbelastung war bei niemand so groß wie bei den Schwarz-Gelben. Vielleicht setzte Thomas Tuchel deshalb ein weiteres Mal auf Rotation und brachte unter anderem in Park und Ginter zwei neue Außenverteidiger. Hätte er Angst vor den Kölner Flügelspielern gehabt, hätte er es nicht machen sollen.

Tatsächlich lag es am Ende nicht an diesen beiden, dass der BVB die bittere Pleite kassierte. Joo-Ho Park hatte zwar arge Probleme, hätte sich gar über einen Elfmeterpfiff gegen sich nicht beschweren dürfen, wurde aber bereits zur Pause ausgewechselt. Da stand es bekanntlich 1:0 durch den starken Sokratis. Auch Ginter machte keine schlechte Partie. Dagegen war es Parks ‚Ersatzmann‘ Schmelzer, der kurz vor Schluss den Ball ebenso unkontrolliert aus der Gefahrenzone schlug wie einige Minuten zuvor Torwart Bürki. Wobei auch die jeweiligen Zielspieler alles andere als wach wirkten. Ergebnis: eine sehr unnötige Niederlage. Auch wenn Köln tatsächlich stark zurück kam.

Nach einer sehr ordentlichen ersten Hälfte ließ der BVB aber auch genau das zu und versäumte es bis auf einige Distanzschüsse, das Tor der Kölner weiter in Gefahr zu bringen. Es waren Leistungsträger wie Mkhitaryan, der meist zu spät und zu ungenau passte, oder Gündogan, der stark abbaute, die die Borussia gebraucht hätte. Auch Aubameyang blieb, sagen wir, anonym. Roman Bürki dagegen hatte vor seinem von der Bodenbeschaffenheit begünstigten Fehler zweimal richtig stark reagiert. So was ist eben das bittere Los des Torwarts: De facto war die unglückliche Szene der Auslöser der Wende, doch das Spiel haben trotzdem vor allem andere verloren.

Für die Kölner muss es ein Traum gewesen sein, so wie für uns Wolfsburg. Kurz vor Weihnachten beendete auch noch Anthony Modeste seine Torflaute und der Effzeh überwintert im Mittelfeld. Man kann sich schlimmere Orte für Niederlagen vorstellen als ein feierndes Kölner Stadion. Trotzdem: Ein wenig traurig ist es schon, dass es nun nicht mal mehr den Anschein hat, als könne irgendjemand noch ins Titelrennen eingreifen. Aber da wir Dortmunder ja aus gutem Grund ohnehin nur auf uns schauen, frage ich mich eher, warum ausgerechnet die schwarz-gelben Jungs am Ende nichts mehr zuzusetzen hatten. Und ob nicht ein Gonzalo Castro mehr geholfen hätte als ein Ramos. Auch Thomas Tuchel wird die Winterpause gut tun.

Die Aufstellung: Bürki – Ginter, Sokratis, Hummels (46. Bender), Park (46. Schmelzer) – Weigl – Mhkitaryan, Gündogan, Kagawa, Hofmann (75. Ramos) – Aubameyang. Gelbe Karte: Aubameyang. Tor: Sokratis

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2 Gedanken zu “Der Weihnachtsmann ist kein Dortmunder Junge

  1. Andy

    Die Niederlage war bitter und unnötig aber ich sehe Sie heute schon gelassener.
    Wir können stolz auf die Hinrunde sein mit 38 Punkten, außerdem ist man noch in allen 3 Wettbewerben vertreten und liegt voll in der Spur. Dennoch gibt es natürlich noch einiges zu tun für Tuchel.
    Vor allem die Defensive präsentiert sich regelmäßig alles andere als sattelfest.
    Bin gespannt ob der Verein den ein oder anderen Spieler noch abgeben wird (Hofmann, Leitner, gern auch Ramos obwohl Tuchel scheinbar auf ihn steht) oder ob noch ein junger talentierter Mann für die Kaderbreite geholt wird. In der Rückrunde wird man nach schweren Spielen in der El häufiger rotieren müssen und da drängen sich einfach zu wenige Spieler auf.
    Frohe Feiertage wünsch ich..

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  2. Im Kader sollte tatsächlich noch ein bisschen was passieren. Leitner sollte endlich abgegeben werden. Klingt hart, aber auf diesem Level wird das einfach nichts mit ihm. Die Außenverteidigerpositionen gefallen mir ja bekanntlich seit Jahren nicht so richtig, aber da wird es im Winter noch schwerer als im Sommer. Park scheint ja derzeit auch keine Alternative zu sein.
    Ich würde mir am ehesten einen jungen Perspektivstürmer wünschen. Wird auch nicht einfach, aber wenn es sein muss, darf dann auch Ramos gehen.
    Ansonsten gibt es tatsächlich wenig Grund zu Klagen. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

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