Die Hinrundenzeugnisse sind wieder da

Zum neuen Jahr ein altes Feature: Die erste Hinserie des BVB unter einem neuen Trainer ist es wert, noch einmal im Detail betrachtet zu werden. Deshalb gibt es nun wieder, in aller gebotenen Kürze, Zeugnisse für alle Spieler, die in mindestens acht Pflichtspielen zum Einsatz gekommen sind – und natürlich für Thomas Tuchel.

Roman Bürki: Der Mann, der Roman Weidenfeller als Nummer 1 ablöste, zeigte seine Klasse mit starken Reaktionen und in der Regel auch beim Herauslaufen und Abstößen. Allerdings trüben ein paar Aussetzer und leichte Probleme bei der Strafraumbeherrschung das Bild. 7 (von 10)

Roman Weidenfeller: Vom degradierten Roman Weidenfeller gab es keine negativen Töne zu hören. Bei seinen Einsätzen in der Europa League zeigte er allerdings auch keine Aktionen und Leistungen, die Tuchels Wahl der Nummer 1 ernsthaft in Frage stellen würden. 6

Mats Hummels: Der unbestrittene Abwehrchef und Kapitän zeigte eine wechselhafte Hinserie mit schwächeren, aber auch – gerade nach vorne – starken Leistungen. Für die Patzer der Hintermannschaft war er selten alleine verantwortlich, doch in seiner Position steht er eben besonders im Rampenlicht. 6

Sokratis: Das Auftreten dieses No-Nonsense-Innenverteidigers macht mir immer besonders viel Spaß. Ja, auch ‚Papa‘ ließ sich in ein paar Situationen wie seine Abwehrkollegen austanzen, aber sonst wirkte er sehr solide und etwas stärker als Mats. 7

Matthias Ginter: Bekam von Tuchel seine Chance – als Rechtsverteidiger. Das machte er anfangs so gut, dass er von den Medien schon zum Shooting Star erklärt wurde. Sein Offensivdrang, seine Vorlagen waren schon richtig stark. Aber wie sich dann ab etwa der Hälfte der Hinrunde zeigte, hat er seine Schwächen im Kerngeschäft Defensive nicht abstellen können. 6

Lukasz Piszczek: Als Ginter schwächelte, nutzte er seine Chance zur Rückkehr in die Startelf. Defensiv wirkte er etwas solider, offensiv hatte er zwar auch Aktionen, war aber nicht ganz so effektiv wie Ginter. 6

Marcel Schmelzer: Hat er sich durch die Neuverpflichtung von Joo-Ho Park noch mal anstacheln lassen? Schmelle zeigte sich noch engagierter als ohnehin schon und hat gefühlt die Zahl der Fehler reduziert. Die bekannten Schwächen im Dribbling bzw. Eins gegen Eins wird er wohl kaum mehr los. 7

Joo-Ho Park: Der Alternativmann für die Schmelle-Position bekam seine Chancen vor allem in der Europa League. Aufgrund derer muss sich Marcel aber keine Sorgen machen. Ein paar ordentlichen Flanken stehen zu viele defensive Wackler im Eins gegen Eins und im Stellungsspiel gegnüber. 3

Gonzalo Castro: Nach einigen Kurzauftritten und einer richtig schlechten Halbzeit ergriff er seine Chance, zeigte seine Qualitäten im Antritt und in der Offensive. Könnte als das, was die Engländer „Box-to-box midfielder“ nennen, in der Rückserie sehr wichtig sein. 7

Julian Weigl: Schon erstaunlich, wie sich der junge Ex-60er in der ersten Liga zurechtgefunden hat. Vor allem in der ersten Hälfte der Hinserie glänzte er mit tollen Pässen und im Aufbauspiel, später wurde er etwas unauffälliger. 7

Sven Bender: ‚Manni‘ war bei Thomas Tuchel eine Weile außen vor, da Weigl so gut einschlug. In den Blickpunkt rückte er wieder als Innenverteidiger, wo er gegenüber seinen Kollegen nicht abfiel. Auf seine defensiven Qualitäten sollte der BVB nicht verzichten. 7

Ilkay Gündogan: Ohne dass er zum Top-Scorer oder gar -Torschütze wurde, war Ilkays Präsenz im Mittelfeld sehr wichtig: beim Lesen des Spiels, den vorletzten Pässen, allgemein der Übersicht. Er hatte allerdings gelegentlich auch seine nachlässigen Phasen. 8

Marco Reus: Blieb nicht verletzungsfrei, glänzte nicht in jedem Spiel. Trotzdem ist Marco bis auf die fehlende Zweikampfstärke ein ziemlich kompletter Fußballer, der immerhin auch drittbester Torschütze der Schwarz-Gelben war. 7

Shinji Kagawa: Bei ihm tue ich mich schwer. Für mich ist er immer noch nicht der Shinji aus seiner ersten BVB-Zeit. Blieb am Anfang der Saison zu oft unsichtbar, zeigte dann aber zumindest zeitweise einen deutlichen Aufwärtstrend. 6

Adnan Januzaj: Der Leihspieler von Manchester United kam vor allem zu kürzeren Einsätzen und über Ansätze nicht hinaus. Es fehlte ihm an Effektivität, vielleicht aber auch an Einsatzzeit, um diese zu entwickeln. 4

Jonas Hofmann: Inzwischen bei der anderen Borussia. Wie schon in meiner Verabschiedung geschrieben, blieb er zu oft ein Versprechen. Seine spärlichen Einsatzchancen nutzte er nicht, um sich wieder zu empfehlen. Es fehlte einfach an klaren Aktionen nach vorne. 5

Henrikh Mkhitaryan: Für mich ein Spieler mit unheimlich viel Flair, dem es einfach Spaß macht, zuzuschauen. Auch wenn man sich ein paar Mal die Haare raufen musste, als er aus nächster Nähe nicht traf. Doch 15 Tore und 19 Vorlagen sprechen für sich. 9

Pierre-Emerick Aubameyang: Gleiches gilt natürlich für ihn: 27 Tore. Muss man mehr sagen? Seine Schnelligkeit ist überragend, sein lockeres Auftreten tut der Borussia gut. Wenn man etwas kritisieren wollte: Sein Passspiel ist verbessert, aber noch nicht perfekt. Und natürlich waren auch ein paar Abstauber-Tore dabei. 8

Adrian Ramos: Hatte natürlich weiterhin das Pech, dass ein zweiter Stürmer im BVB-System nicht vorgesehen ist. Nutzte seine durchaus gegebenen Chancen aber auch nur sporadisch. 5

Thomas Tuchel: Hat den Übergang, die Leere nach Klopp, alles in allem prächtig hingekriegt. Eine neue spielerische Ausrichtung mit vielen bekannten Gesichtern geschafft. Dem hervorragenden Platz 2, dem Weiterkommen in den Pokalwettbewerben und vielen verbesserten Spielern stehen nur ein paar enttäuschende Resultate und die ein oder andere übertriebene Rotation gegenüber. 8

Ich wünsche allen Lesern noch ein gutes neues Jahr! Natürlich seid ihr zum Mitdiskutieren über meine Bewertungen der schwarz-gelben Jungs eingeladen.

 

 

 

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