Der lange Weg in die Premier League

Fast 12 Millionen Euro für einen Zweitliga-Transfer? Kein Problem: Auf diese Summe haben sich in England die beiden Championship-Clubs FC Middlesbrough und Blackburn Rovers geeinigt. Dafür soll der 25-jährige Stürmer Jordan Rhodes in den nächsten Tagen von Letzteren zu Ersteren wechseln, von Lancashire nach North Yorkshire. Derzeit befindet er sich in Gesprächen mit „Boro“.

Nun ist Rhodes nicht irgendwer, sondern seit mehreren Jahren der wohl heißeste Zweitliga-Stürmer überhaupt. Seinen Durchbruch schaffte der schottische Nationalspieler bei Huddersfield Town, bevor er 2012 für rund 10,5 Millionen nach Blackburn wechselte. Wenn er richtig fit ist, hat man bei ihm fast eine eingebaute Torgarantie. Dass Middlesbrough Rhodes im Winter für diese für Championship-Verhältnisse sehr beträchtliche Summe verpflichten will, zeigt die Ambitionen für den Rest der Saison ganz deutlich.

Beim Namen Middlesbrough klingelt es natürlich bei vielen, die sich ein wenig intensiver mit englischem Fußball beschäftigen. Immerhin stand Boro 2006 noch im UEFA-Pokalfinale (0:4 gegen FC Sevilla). 2009 stieg man aus der Premier League ab und versucht seither erfolglos, zurückzukehren. Sieben Jahre später soll es unbedingt gelingen.

Und die Voraussetzungen sind alles andere als schlecht. Die Mannschaft gilt spätestens seit letzter Saison als eine der spielstärksten und stabilsten in der zweiten Liga. Die direkten Aufstiegsplätze verfehlte der Klub damals knapp, kam aber souverän ins Play-Off-Finale in Wembley. Das dann 0:2 gegen Norwich City verloren ging. Mit Transportunternehmer Steve Gibson hat man den wohl authentischsten Gönner und Vorsitzenden, den man sich vorstellen kann. Geboren in Middlesbrough, lebenslanger Fan und auch noch Onkel von Innenverteidiger Ben Gibson. Wie sich jetzt zeigt, ist er auch bereit, noch mal substanziell zu investieren.

Dabei ist Boro derzeit Zweiter, also auf direktem Aufstiegskurs, und hat in der aktuellen Transferperiode bereits den spanischen Offensivmann Kike Sola von Bilbao und Mittelfeldspieler Gaston Ramirez von Southampton ausgeliehen. Auf Platz 3 hat man vier Punkte Vorsprung und ein Spiel weniger absolviert als alle Konkurrenten. Doch die Championship ist auch eine große Herausforderung. Allein 46 Ligaspiele sind zu bestreiten. Aus dem FA-Cup ist Boro in der letzten Runde ausgeschieden, zu Hause im Riverside Stadium gegen Ligakonkurrent Burnley. Kaum ein Verein schafft es, ohne holprige Phasen durch die Saison zu kommen.

Eine solche macht Middlesbrough derzeit durch. Neben dem Pokal-Aus gab es in den letzten drei Ligapartien zwei Niederlagen. Der spanische Trainer Aitor Karanka, bei Real Madrid einst Assistent von Jose Mourinho, behauptet zu wissen, woran es gelegen habe – und hat sich außerdem für Neuverpflichtungen ausgesprochen. Steve Gibson scheint zugehört zu haben. Sollte der Rhodes-Transfer wie zu erwarten über die Bühne gehen, wäre Boro endgültig Top-Favorit, aber der direkte Aufstieg dann auch Pflicht.

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