Dortmund reichen 45 Minuten

Eine Halbzeit lang spielte sich im Westfalenstadion ein Deja Vu ab: Wieder mal ein Drecksspiel gegen Hoffenheim. Doch nach rund 93 Minuten jubelte nur noch Schwarz-Gelb. In einem klassischen Spiel der zwei Hälften brachten sich die Gäste auch selbst um ihre Punkte.

Der Eindruck von der Aufstellung der Borussia war vor der Partie kein negativer: Insgeheim hatte man mit noch mehr Änderungen gerechnet. Während einer Halbzeit zum Vergessen zeigte sich jedoch der Wert einer IV aus Hummels und Sokratis ebenso wie die Wichtigkeit von Ilkay Gündogan. Die in den letzten Wochen gewonnenen Eindrücke setzten sich fort, obwohl man es sich anders gewünscht hätte: Julian Weigl ist nicht das Wunderkind, zu dem er in dieser Saison bereits hochgejazzt wurde. Und Nuri Sahin kann nicht aus dem Stand das Level von Gündogan erreichen. Gegen aggressiv auftretende Hoffenheimer, die mit Julian Nagelsmann wohl nicht absteigen werden, fehlte sowohl der Zugriff im Mittelfeld als auch das energische Aufbauspiel unseres Kapitäns.

Eine entblößte Zentrale, Pech von Bürki: Es stand tatsächlich 0:1 zur Pause. Die Statistiker haben uns allerdings beigebracht, dass ‚Hoffe‘ gerne mal in Führung geht und dann nicht immer gewinnt.

In Dortmund kam nach der Pause endlich Gündogan und Sebastian Rudy sah Rot. Zwar war der Hoffenheimer nicht letzter Mann und das Foul sah nicht brutal aus. Allerdings war es ein klassischer Fall einer Grätsche von hinten – und da gibt es ja gewisse Regeln.

Nach dem Platzverweis war der zuvor zur Schau gestellte Optimismus der Gäste verschwunden. Es ging nur noch ums Verteidigen und zum Glück schief. Auch wenn sich die Geduld des BVB erst in der letzten Viertelstunde auszahlte: Am Ende war der Sieg verdient. Mkhitaryan unterstrich seine Ausnahmestellung mit dem Ausgleich und der Vorlage zum 3:1, das dem Tor zum selben Ergebnis in Stuttgart entsprach. Nur dass diesmal Miki die Vorlage für Auba gab.

Zwischendurch hatte ausgerechnet Adrian Ramos mit einem tollen Kopfball zum natürlich besonders umjubelten 2:1 getroffen. Über seine Einwechslung braucht man nicht zu diskutieren. Fragen wirft allerdings auf, dass Thomas Tuchel erneut Moritz Leitner Gonzalo Castro vorzog. Um es klar zu sagen: Am Sieg der Borussia war Leitner weitgehend unschuldig.

Das soll nicht davon ablenken, dass die Schwarz-Gelben in den zweiten 45 Minuten die richtigen Antworten gefunden haben. Ohne Reibungsverluste geht der Spagat zwischen komfortablem zweiten Platz in der Liga und zwei deutlich umkämpfteren Wettbewerben aber nicht vonstatten.

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