Borussia Dortmund und das unerwartete Topspiel

1. Bundesliga, 28. Spieltag / BVB 3 Werder Bremen 2

Der SV Werder – tendenziell sympathischer gestrauchelter Spitzenverein, der sich gerade in einer Umbau- und Findungsphase befindet. Und auch in dieser Saison wieder gegen den Abstieg spielt. Daher hatten sicher nicht viele Dortmunder damit gerechnet, dass die Partie gegen die Weser-Kicker am Samstagabend wieder so umkämpft werden würde, wie sie traditionell ist.

Gegen gut gestaffelte und zunächst erstaunlich offensiv verteidigende Gäste taten sich die Schwarz-Gelben schwer. Wenige Chancen, mehr Ballverluste als gewohnt – das Gute an der Borussia 2015/16 ist, dass sie trotzdem unbeirrt weitermacht. Diese Geduld nötigt Respekt ab und ich persönlich kann mich mit der Spielweise unter Tuchel gut anfreunden. Der lange Pass wird nur gespielt, wenn er Sinn macht – selbst wenn eine Situation in der Nähe des eigenen Sechzehnmeterraums auf den Betrachter brenzlig wirkt.

Dass man sich gegen Bremen schwer tat, dürfte auch mit der Rotation zu tun gehabt haben. In der Innenverteidigung spielten Ginter und Bender; Sokratis war krank, Hummels wurde geschont. Man merkte dem BVB an, dass ihm die schwer berechenbaren Vorstöße des Kapitäns fehlten, der deshalb auch immer ein, zwei Gegenspieler bindet. Ebenso seine Übersicht in der Viererkette, die gestern fast eine Dreierkette war, da Marcel Schmelzer sehr offensiv spielte.

Klar, die Borussia hätte früher führen können. Der sehr aktive Erik Durm machte vor dem Tor keine glückliche Figur; hätte in einer Szene zu Reus abspielen MÜSSEN. Möglich, dass die EM-Fahrkarte noch im Hinterkopf mitspielte. Das schöne Tor über Reus, Miki und im Abschluss Aubameyang einige Minuten nach der Pause schien das Spiel dann zunächst in die gewünschte Bahn zu lenken. Bremen stand bei gegnerischem Ballbesitz nun deutlich tiefer und konnte kaum noch für Entlastung sorgen. Doch das unglückliche Eigentor von Castro in der Folge einer Ecke sorgte für die überraschende Wende. Beim 1:2 sechs Minuten später wurden die entblößten Flügel zum Problem – sie sind nicht das Territorium von Sven Bender.

Aber wer gut wechselt, darf auch rotieren. Thomas Tuchel brachte Ramos für Schmelzer und Pulisic für Reus, nachdem schon vor dem Rückstand Kagawa für Durm gekommen war. Alle drei Wechsel zahlten sich aus, auch wenn Pulisic ’nur‘ für Schwung sorgte. Dieser Kader hat inzwischen ein sehr positives Selbstverständnis, eine Niederlage wird schlichtweg nicht akzeptiert.

Wieder mal wurde also eine spannende Partie im Westfalenstadion gedreht. Selbst wenn es aufregender war als erwartet – die Freude auf die kommenden drei Spiele wird dadurch nur noch größer. Ach ja, und im Herbst spielen wir wieder Champions League.

Die Aufstellung: Bürki – Piszczek, Ginter, Bender, Schmelzer (80. Ramos) – Weigl – Durm (74. Kagawa), Mkhitaryan, Castro, Reus (80. Pulisic) – Aubameyang. Gelbe Karte: Castro. Tore: Aubameyang, Kagawa, Ramos

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