Pulisic rotiert zum Shootingstar

1. Bundesliga, 30. Spieltag / BVB 3 Hamburger SV 0

Endlich mal wieder überzeugend gegen den HSV gewonnen, geglückte Generalprobe für den Pokal – alles gut? Ganz so einfach stellt sich die Situation nach dem 3:0 von Sonntagnachmittag nicht da. Eine Erleichterung war jedoch, dass die Mentalität der Borussia nach dem Drama von Liverpool keinen dauerhaften Schaden genommen hat.

Thomas Tuchel rotierte erneut massiv, brachte unter anderem mit Felix Passlack (links hinten) und Christian Pulisic (Flügel) eine ganz junge linke Seite. Auch sonst gab es wieder viel Neues in der Defensive – Bender, Ginter und Sahin standen in der Startelf. Um es klar zu sagen: Die Sache hätte auch nach hinten losgehen können. Bis zur Führung in der 38. Minute war der BVB zwar die aktivere Mannschaft, aber Angst hatte man vor allem, wenn die Gäste – mit oft einfachen Mitteln wie hohen Bällen – in die Nähe des Dortmunder Strafraums kamen. Bei den Schwarz-Gelben wirkte das alles andere als sattelfest. Wäre nicht Mats Hummels gewesen, der Sven Schipplock den Ball kurz vor dem entscheidenden Pass in die Mitte weggrätschte, hätte das Spiel ganz anders ausgehen können.

Wollen wir hoffen, dass es eine Zeit ohne Mats in unserem Trikot nicht so schnell geben wird. Denn der Kapitän war es auch, der den Pass vor der Führung durch Christian Pulisic gab. Letzterer wiederum war der Hauptgewinner der Rotation. 17 Jahre, dribbelstark und schon erstaunlich abgeklärt – der US-Amerikaner präsentierte sich über weite Strecken als hervorragende Alternative zu großen Namen. Das 1:0, frech ins kurze Eck, war Christians erstes Bundesligator – als viertjüngster Schütze überhaupt. Es ist keine mutige Prophezeiung, dass wir an ihm noch Freude haben werden.

Das Tor war – wie so oft – der klassische Dosenöffner, um noch einmal unseren alten Trainer zu zitieren. Danach lief es für die Borussia – mit etwas Glück und Mithilfe des HSV. Das 2:0 fiel kurz vor der Pause auch deshalb, weil die Gästedeckung Adrian Ramos nicht entschlossen anging, ihn vielleicht sogar unterschätzte. So konnte der den Ball sehenswert von links ins lange Eck zirkeln – ein tolles Tor.

In der zweiten Hälfte kam es dann knüppeldick für die Gäste: Rene Adler stoppte Shinji Kagawa unsanft vor dem Strafraum. Da er der Torwart und kein gewöhnlicher Feldspieler ist, darf man die Rote Karte durch Schiedsrichter Marco Fritz als hart, aber gerecht bezeichnen. Es folgte Verletzungspech, so dass die Hamburger die Partie sogar mit neun Mann beenden mussten. Lasogga und Müller waren bereits verletzt ausgeschieden, Drobny nach dem Platzverweis für Kacar gekommen – dann erwischte es auch noch Ekdal. Zum Glück konnte die Borussia von dieser deutlichen Überzahl noch mal profitieren. Ramos erzielte mit einem Abstauber-Tor vier Minuten vor Schluss noch seinen zweiten Treffer.

Gegen einen solchen HSV reicht eine solch insgesamt höchst durchschnittliche Leistung dann eben. Die zweite Halbzeit war einseitig, nach dem Platzverweis kam offensiv nichts mehr Erwähnenswertes von den Gästen. Hätten diese ihre Chancen verwertet, hätten sie besser gestanden … wer weiß? Aber mit dem Konjunktiv brauchen wir uns nicht lange aufhalten. Teil 1 meiner Wunschliste ist erfüllt, die Hoffungen auf Teil 2 sind deutlich gestiegen. Hertha ist nicht Liverpool, das Olympiastadion alles andere als Anfield.

Die Aufstellung: Bürki – Ginter (75. Schmelzer), Bender, Hummels, Passlack – Gündogan (65. Leitner), Sahin – Castro (75. Aubameyang), Kagawa, Pulisic – Ramos. Tore: Pulisic, Ramos (2)

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