Schmelzer, Hummels und die Frage, wer wo hingehört

Marcel Schmelzer verlängert seinen Vertrag bei Borussia Dortmund vorzeitig bis 2021. Der Linksverteidiger ist bereits jetzt der zweitdienstälteste Spieler in schwarz-gelb und dürfte dem Verein nun langfristig erhalten bleiben. Das ist eine schöne Nachricht für den BVB, angesichts des schwierigen Marktes auf Schmelles Position und weil der 28-Jährige unter Thomas Tuchel eine für seine Verhältnisse gute Saison spielt. Ein großer sportlicher Schritt für den Klub ist es nicht, auch wenn der langjährige Verbleib eines Spielers heutzutage fast schon als ein Wert an sich gelten kann.

Ein Signal, ein Quantensprung oder einfach eine fantastische Neuigkeit wäre die Vertragsverlängerung von Mats Hummels. Bei diesem Thema stellt sich mal wieder die Frage, ob man darüber schreibt, weil es andere tun und es die Leute offensichtlich bewegt – oder wartet, bis es Handfestes gibt. Was bisher berichtet wurde, kommt fast ausschließlich aus zweiter Hand und ist somit ein Stück weit Spekulation. Doch es verdichten sich die Anzeichen, dass ein Wechsel des BVB-Kapitäns zu seinem Ex-Klub Bayern München zumindest eine ernsthafte Option darstellt.

Einer der Bayern-Schreiber des „Kicker“, Mounir Zitouni, hat kürzlich genüsslich alle Verbindungen von Mats zur Stadt München aufgelistet. Darunter natürlich die Jugend im Verein, aber vor allem Beziehungen persönlicher Art. Wie gerne würde man mal bei den Hummels am Abendbrottisch sitzen und das Gegengewicht zur sicherlich meinungsfreudigen ehemaligen Miss Bayern München spielen. Der „Kicker“-Autor hat es jedenfalls geschafft: Selbst ein Wechsel von Mats ins Ausland käme mir nun schon wie ein Erfolg vor.

Der Wert von Titeln

Bekanntlich war der Abwehrspieler einst vom FC Bayern für spielerisch zu leicht befunden und für gut vier Millionen Euro an Dortmund verkauft worden. Doch seitdem ist viel Zeit vergangen, das Personal hat sich hier wie dort verändert. Am Geld wird sich der Transfer mMn nicht entscheiden. Es geht um Perspektiven – die in Sachen europäischer Titel beim Rekordmeister besser sind. Und es geht – aus unserer Sicht leider – eben auch um Persönliches.

Nun ist Mats Hummels einer der intelligenteren Fußballprofis und wird sicher eine reflektierte und keine eindimensionale Entscheidung treffen. Könnte es sein, dass für einen solchen Menschen Titel mit Borussia Dortmund mehr zählen als die des Seriensiegers von der Säbener Straße? Wenn Hummels in 15 Jahren einmal von fünf Meisterschaften mit dem FC Bayern erzählen sollte, würden seine Zuhörer dann nicht einfach gelangweilt mit den Schultern zucken? Einen unvergleichlichen Erfolg und ein unvergleichliches Standing kann Mats mit dem BVB erzielen – mit den Bayern eher nicht.

Es ist natürlich auch möglich, dass der Kapitän die Entscheidung gegen die Borussia bereits getroffen hat, sie aber erst nach Saisonende kommunizieren möchte, um nicht sich und dem Verein zu schaden. Die Hoffnung bleibt – vielleicht hilft ja eine Petition.

3 Gedanken zu “Schmelzer, Hummels und die Frage, wer wo hingehört

  1. Meiner Meinung nach ist das Ding mit Hummels durch. Er wird nächste Saison im roten Dress auflaufen, da bin ich felsenfest von überzeugt. Alle seine Äußerungen in den letzten Jahren, sei es die Kritik am Wechsel Götze’s, das Liebäugeln mit dem Ausland, die Tatsache das er mit lieber mit dem BVB Titel gewinnt etc. lassen ihn, sofern er den Schritt Richtung München geht, in meinen Augen unglaubwürdig erscheinen.
    Ich wäre ihm nicht einmal böse wenn er zur nächsten Saison ins Ausland wechselt.
    Er hätte seine Karriere beim BVB ausklingen lassen können und anschließend eine Führungsperson beim BVB eingenommen. So geht er wie viele vor ihm den Weg des geringsten Widerstands.

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  2. Es sieht tatsächlich so aus, als ob das gelaufen ist – auch wenn gerade die „Sportbild“ in der Vergangenheit nie die zuverlässigste Quelle war.
    Sportlich ist es wirklich der Weg des geringsten Widerstands. Da braucht mir auch kein Bayern-Fan mit der ach so großen Konkurrenz im Kader dort zu kommen. Die wird Hummels locker meistern. Mir kommt es so vor: Er lässt sich nun in München nieder, macht es sich bequem und holt nebenher noch ein paar Titel.
    Was man ihm halt zugestehen muss, sind seine familiären Beziehungen dorthin. Vielleicht ist sein größter Fehler, dass er die falsche Frau geheiratet hat. Denn ohne die sähe es wohl anders aus.

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  3. Ich kann seine familiären Gründe auch komplett nachvollziehen, jedoch laber ich dann nicht ständig vom Ausland in den Medien, sondern halte meinen Mund. Sowas sollte gerade ein Hummels wissen der medientechnisch durch seine Mutter geschult wurde. Langsam hab ich es auch satt, meine Lieblingsspieler jedes Jahr aufs Neue beim Gegner auflaufen zu sehen. Aber wer weiß,vielleicht kommt ja auch einer zur nächsten Saison zurück..

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