Abstiegskämpfer schlagen Vizemeister

1. Bundesliga, 33. Spieltag / Eintracht Frankfurt 1 BVB 0

Keine Rekordpunktzahl, Bayern Meister – kurz vor Ende einer starken Spielzeit musste Borussia Dortmund doch noch mal einen Dämpfer hinnehmen. Letztlich war es ein verschmerzbarer und vor allem ärgerlich, weil unnötig.

Man hätte sich denken und darauf einstellen können, dass die Eintracht im letzten Heimspiel vor ihrem bekannterweise emotionalen Publikum noch mal alles raushauen würde, um den Abstieg zu verhindern. Genau das taten die Gastgeber und schafften es tatsächlich, den Vizemeister mit Dauerdruck und intensivem Anlaufen zu beeindrucken. Von einem souveränen Spitzenteam waren die Schwarz-Gelben in der Anfangsphase weit entfernt. Der starke Start der Eintracht kulminierte im 1:0 durch Aigner nach einer kurz ausgeführten Ecke. Erik Durm, der Piszczek vertrat, hatte ihm den entscheidenden Platz gelassen.

Der Rest des Spiels ist schnell auf den Punkt gebracht: Einbahnstraße in Richtung Frankfurter Tor. Angesichts von am Ende 84 Prozent Ballbesitz zu wenige Chancen für den BVB, die aber dennoch mindestens für einen Punkt hätten reichen müssen. Die SGE igelte sich ein, zog ihre erste Verteidigungslinie immer weiter zurück und vermochte es so tatsächlich, die Mitte halbwegs dicht zu halten.

Ein strukturelles Manko der Borussia wurde mal wieder deutlich: Für solche Gegner fehlen uns – wie auch gegen Spitzenteams – absolute Flügelspezialisten. Das sind ja weder Reus noch Miki, die eher früher als später in die Mitte ziehen. Und bei aller Vereinstreue fehlt Schmelle die Qualität, um auch mal unter Bedrängnis aus dem Halbfeld eine Flanke zu schlagen. Gute Hereingaben gelingen ihm allenfalls, wenn er weitgehend unbedrängt in Richtung Torauslinie ziehen kann.

Vielleicht zu spät wechselte Thomas Tuchel Christian Pulisic ein, der Flankenläufe und Dribblings beherrscht. Und nahm dafür Mats Hummels hinaus, der zu den stärkeren Borussen gezählt hatte. Für Castro musste Aubameyang gehen. Vielleicht meinte Tuchel ja diese beiden Herausnahmen, als er nach dem Spiel sagte:

Wir haben taktisch und personell nochmal gewechselt, aber wir konnten das Spiel nicht gewinnen. Ich habe auch meinen Anteil daran.

Mats Hummels hatte allerdings kurz vor der Pause ein reguläres Kopfballtor erzielt, das das Team um Schiedsrichter Daniel Siebert als Abseits wertete. Natürlich hätte die Eintracht in  der zweiten Hälfte beim Stand von 1:1 anders auftreten müssen. Es war nicht die einzige umstrittene Entscheidung des Referees: Mehrere gegen Borussia gepfiffene Stürmerfouls und Abseitsstellungen waren höchst fragwürdig. Erst gegen Ende zeigte Siebert sich nachsichtiger, so dass trotz acht Gelben Karten (drei beim BVB) alle Akteure auf dem Feld blieben.

In der nächsten Woche bleibt nun vor allem der Transfermarkt spannend. Entscheidet sich Mats Hummels bald, wie Hans-Joachim Watzke nahelegt? Was bedeutet die ausgerenkte Kniescheibe von Ilkay Gündogan für seine Wechselambitionen? Und legt der BVB beim jungen FLÜGELstürmer Ousmane Dembélé noch mal nach? Der letzte Bundesliga-Spieltag wird dagegen nur noch im Abstiegskampf richtig spannend. Die Borussia hat gegen den Effzeh Köln ein halbes Freundschaftsspiel, in dem es allenfalls darum gehen könnte, die späte Hinspielniederlage wettzumachen.

Die Aufstellung: Bürki – Durm (46. Sokratis), Bender, Hummels (65. Pulisic), Schmelzer – Sahin – Mkhitaryan, Aubameyang (65. Castro), Kagawa, Reus – Ramos. Gelbe Karten: Aubameyang, Mkhitaryan, Schmelzer.

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