Der entschieden lauwarme letzte Spieltag

1. Bundesliga, 34. Spieltag / BVB 2 1. FC Köln 2

Drama – gab es anderswo. Bremen rettet sich kurz vor Schluss. Gleich drei Stuttgarter Mannschaften steigen ab. Cottbus, wo wir noch vor einigen Jahren mit der Borussia waren, spielt künftig viertklassig – nach gleich zwei Toren in der Schlussphase von der zweiten Vertretung der Mainzer. Das Westfalenstadion war dagegen Schauplatz eines halbgaren Sommerkicks. Mit vier Toren, aber ohne die letzte Leidenschaft.

Natürlich – es ging für beide Teams um wirklich gar nichts mehr. Sieht man von einem Torrekord ab. Man hätte aber auch versuchen können, die unglückliche Hinserienniederlage auszubügeln. Doch Thomas Tuchel sprach schon vor dem Spiel sinngemäß davon, dass man nicht versucht habe, künstlich Motivation zu erzeugen und die Partie hochzujazzen. Bei allem, was er in seiner Debütsaison geleistet hat – das hätte Jürgen Klopp besser gemacht. Da braucht man sich auch nachher nicht wundern, dass man keinen guten Ausklang schafft.

Es fehlten schlicht einige Prozent Konzentration und Überzeugung. Im Passspiel wie vor dem Tor. Köln war selten am Ball und stand meist weit hinten drin, hatte aber ähnlich viele Torgelegenheiten wie der BVB. Die Dreierkette ist hoffentlich kein Modell fürs Pokalfinale. Der Sinn hinter der Verschiebung von Marcel Schmelzer in eine offensivere Position erschließt sich mir ganz und gar nicht. Wenn es einmal in fünf Spielen funktioniert, ist das keine ausreichende Quote.

Gegen die massiert verteidigenden Kölner reichte es erneut nicht, immer ab durch die Mitte zu gehen. Die Borussia muss ihr Flügelspiel wieder beleben. Dembelé ist da sicher ein Hoffnungsschimmer. Die Hereinnahme von Matze Ginter nach der Pause half nur geringfügig. Letztlich musste es ein Standard richten. Dass Marco Reus aus fast idealer  Position endlich mal wieder ein direktes Freistoßtor gelang, ist eine der positiven Seiten dieses letzten Spieltags.

Auch die Leistung der Borussia ist natürlich kein Drama. Der Druckabfall heute muss keine negativen Auswirkungen auf nächsten Samstag haben. Ihren Lauf haben die Schwarz-Gelben aber in den letzten beiden Saisonspielen verloren. Stand heute sind die Bayern klarer Favorit – so klar, wie es die zehn Punkte Vorsprung in der Tabelle ausdrücken. Schön immerhin, dass es kaum noch nennenswerte atmosphärische Störungen beim letzten Heimspiel von Mats Hummels gab. Ab jetzt geht’s um Berlin.

Die Aufstellung: Bürki – Bender (46. Ginter), Sokratis, Hummels – Weigl (84. Durm), Castro – Aubameyang, Kagawa (58. Leitner), Reus, Schnelzer – Ramos. Gelbe Karte: Sokratis. Tore: Castro, Reus

Ein Gedanke zu “Der entschieden lauwarme letzte Spieltag

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s