Dortmund verpasst Chance beim Spiel der raren Chancen

1. Bundesliga, 14. Spieltag / 1. FC Köln 1 BVB 1

Wie in Madrid, so in Köln: Marco Reus rettet der Borussia in den letzten Spielminuten ein Unentschieden. Trotzdem fühlt es sich natürlich ganz anders an. Die Schwarz-Gelben haben lange Zeit höchstens das Niveau aus dem Frankfurt-Spiel, doch der Effzeh verwertet seine wenigen Chancen eben nicht und macht doch noch einen entscheidenden Fehler.

Drei Gedanken zum Spiel

Kann man das schon Auswärtsschwäche nennen? In dieser Saison hat die Borussia in der Liga auf fremden Plätzen acht Punkte aus sieben Partien geholt. Das ist zwar immerhin Platz 6 in der Auswärtstabelle, aber eindeutig der Grund, dass man insgesamt nicht besser dasteht. Oft müssen die Schwarz-Gelben auch auswärts das Spiel machen, während sich der Gegner zurückzieht und aggressiv drauf geht. Im fremden Stadion fehlen dann leider häufig die sich gegenseitig bedingenden Eigenschaften mentale Klarheit und technische Präzision. Ob das etwas mit dem erneuten Erfolgserlebnis in der Champions League zu tun hatte, ist spekulativ.

Die alte Sport-Weisheit „Defence wins championships“ bekam heute wieder mal Nahrung. Natürlich gewinnt und verliert man mit elf Mann, aber was waren die spielentscheidenden Momente? Beim Freistoß zum Kölner 1:0 wurde Rudnevs schlicht nicht richtig gedeckt, wofür in erster Linie Erik Durm verantwortlich war. Auffallend war auch die Dortmunder Harmlosigkeit bei Standardsituationen. Die ist aber zu einem guten Teil durch das starke Kopfballspiel der Gastgeber zu erklären. Weswegen die vom BVB von Zeit zu Zeit eingestreuten hohen Bälle ebenfalls wirkungslos blieben und offensichtlich das falsche Rezept waren. Einmal klärte jedoch ungestraft eine Kölner Hand. Als die Uhr Richtung 90 Minuten tickte, ließen sich dann zwei Kölner an der Außenlinie von Dembélé düpieren; über Ramos kam der Ball zu Reus – 1:1.

Überhaupt: Marco Reus. Wie entscheidend ist der schon wieder für das Dortmunder Spiel? Auch wenn er heute nicht überragend spielte, war er wie schon im Madrid zur richtigen Zeit am richtigen Ort. In den Partien seit seiner Rückkehr war er die Konstante in einer eher wechselhaften Offensive. Außerdem ist Marco der Spieler, der am besten alle Positionen im offensiven Mittelfeld ausfüllen kann. Wie schön, dass sich der Dortmunder noch mal für Dortmund entschieden hat und keine Anstalten macht, Abwanderungsgedanken zu entwickeln.

Zwar ist nach diesem Spieltag der Abstand zu Platz 3 weiterhin gering, doch natürlich haben die Schwarz-Gelben eine Chance vertan, weiter nach ganz oben aufzuschließen. Mit dem Ergebnis bei in dieser Saison starken Kölnern könnte man prinzipiell leben, wären die Gastgeber nicht so ersatzgeschwächt und die eigene Leistung nicht so dürftig gewesen. Bleibt als einziges Highlight das erneute späte Tor. Auftrag: Es in Sinsheim mit Flutlicht-Atmosphäre besser machen.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Piszczek (27. Bartra), Sokratis (75. Ramos), Ginter – Durm, Schmelzer – Weigl, Castro (53. Rode) – Dembélé, Reus – Aubameyang. Gelbe Karten: Schmelzer, Dembélé, Sokratis. Tor: Reus

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s