Jetzt fehlt auch noch Effektivität

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1. Bundesliga, 18. Spieltag / FSV Mainz 05 1 BVB 1

Letzte Woche vermisste man lediglich die Souveränität gegen zehn Bremer; heute gelang es Borussia Dortmund nicht, weitgehend harmlose Mainzer zu bezwingen. Zwar hatten die Schwarz-Gelben das Spiel nach der erneut frühen Führung länger im Griff als vorletzten Samstag, doch eine blutleere zweite Hälfte leitete das fast schon Vorhersehbare ein und am Ende hätte der BVB fast noch verloren.

Drei Gedanken zum Spiel

Die fehlende Effektivität lässt sich besonders im Mittelfeld verorten. Bei den wenigen guten Chancen profitierte die Borussia meist von Mainzer Fehlern. Machten es die Gastgeber gut, standen in der Mitte dicht am Mann und pressten aggressiv, fehlte es dem BVB an Ideen, damit umzugehen. Es gab zu viele spekulative lange Bälle – auch wenn der Boden nicht perfekt für Passspiel gewesen sein mag. Ein echter Spielmacher stand nicht auf dem Platz: Julian Weigl und Gonzalo Castro sind normalerweise passsicher, aber der geniale Moment fehlt ihnen meistens. Raphael Guerreiro ließ sein Können mit einem tollen Ball in die Schnittstelle auf Aubameyang aufblitzen, aber er ist auch (noch) kein Lenker und Denker. Wenn die Mitte dicht war, versuchte es die Borussia dann löblicherweise über Außen, doch nur Marco Reus konnte dort phasenweise – in Hälfte 1 – überzeugen.

Hätte der BVB mehr nach vorne oder mehr auf Halten spielen sollen? Wer fordert, dass die Schwarz-Gelben die knappe Führung einfach nur festmachen und verteidigen hätten müssen, verkennt die momentanen Stärken und Schwächen des Teams. Es war richtig, auch mit den Wechseln auf das 2:0 zu gehen. Es war aber womöglich falsch, weiterhin sehr hoch zu verteidgen. Einen Mittelweg müssen Trainer und Mannschaft noch finden. Nach dem 1:1 war es irritierend zu sehen, dass die Borussia keine echte Chance mehr hatte, niemand das sprichwörtliche Heft noch mal richtig in die Hand nahm. Die Mainzer hätten nach De Blasis‘ Schuss knapp neben das Tor in der Nachspielzeit dagegen noch gewinnen können – wenn auch trotz nicht gegebenem Treffer unverdient.

Trotz Afrika-Cup nicht ganz einsichtig war, warum Aubameyang und nicht etwa Schürrle gehen musste. Spiegelbildlich zu letzter Woche hatte der Ex-Mainzer stark begonnen, die Führung vorbereitet, sogar in der 61. Minute noch eine Einschusschance gehabt – doch zwischendurch und danach war von ihm wieder wenig zu sehen. Ansonsten waren Thomas Tuchels Gedanken bei den Auswechslungen naheliegend und nachvollziehbar. Dass Mario Götze seine Chance wieder nicht nutzen konnte, ist schade.

Der BVB hat einen Punkt in Mainz geholt, aber natürlich die Chance auf Platz 3 leichtfertig verpasst, wenn man nach den Eindrücken aus dem Spiel geht. Es wird noch eine lange Rückserie. Dennoch kommt die Partie gegen Leipzig irgendwie zur rechten Zeit. Südtribüne, bitte übernehmen!

Die Aufstellung: Bürki – Piszczek, Sokratis, Ginter, Schmelzer – Weigl – Castro (86. Pulisic), Guerreiro (66. Götze) – Schürrle, Reus – Aubameyang (72. Dembelé). Gelbe Karte: Schürrle. Tor: Reus

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