Was Topraks Wechsel für den BVB bedeuten könnte

Wollen wir das mal nicht vergessen: Ömer Toprak wechselt nun definitiv im Sommer von Bayer Leverkusen zu Borussia Dortmund. Die Schwarz-Gelben zahlen gemäß der Ausstiegsklausel im Vertrag des 27-jährigen Innenverteidigers 12 Millionen Euro an den Werksverein. Toprak bekommt einen Vertrag bis 2021. Michael Zorc schätzt die Qualitäten des türkischen Nationalspielers so ein:

Ömer Toprak ist ein starker, international erfahrener Innenverteidiger mit hoher Führungsqualität.

Betrachtet man die aktuelle Transferpolitik der Borussia, fällt Toprak in die Kategorie „gestandener, bekannter Spieler“ – nicht ganz vom Format Mario Götzes oder André Schürrles, aber mit größerem Standing als Sebastian Rode, auch wenn der von Bayern kam. Gemeinsam haben die drei Letztgenannten, dass sie derzeit beim BVB keine Stammspieler sind.

Die andere Transfer-Kategorie ist jene, für die Borussia Dortmund renommiert ist: junge, entwicklungsfähige Spieler mit großem Potenzial. Gerade wurde Alexander Isak verpflichtet, mit Ousmane Dembelé hat man einen Volltreffer gelandet. Marc Bartra spielt relativ regelmäßig. Mit Emre Mor und Mikel Merino gibt es jedoch auch zwei letztes Jahr geholte Talente, die bisher nur selten in der Startelf standen.

Dennoch scheint der BVB – Stand jetzt – mit den jungen Leuten mehr Erfolg zu haben als mit Rückholaktionen und großen Namen, deren große Zeiten schon etwas zurückliegen. Natürlich sollten wir Götze, Schürrle, Rode, Sahin oder Kagawa noch nicht abschreiben, aber im Hintergrundgespräch würde vielleicht auch Aki Watzke zugeben, dass man sich von ihnen mehr versprochen hätte.

Und nun also Ömer Toprak. Ein Fall mit zwei Seiten. Ja, die Abwehr hat mit Bartra oder Ginter neben Sokratis nicht immer einwandfrei funktioniert. Sven Bender war häufig verletzt. Andererseits sind das nach allem was man hört menschlich gute Typen, die auch der Mannschaft gut tun. Nicht, dass das bei Toprak anders sein muss. Aber der „erfahrene Innenverteidiger“ hat in der bisherigen Saison auch nur eine recht durchschnittliche Durchschnittsnote vom Kicker bekommen: 3,43. Vielleicht wird er uns weiterbringen. Vielleicht verdrängt er auch nur junge oder sympathische Spieler. Außer Abwarten hilft da nix!