Ein traditioneller Pokalfight

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DFB-Pokal, Achtelfinale / BVB 4 Hertha BSC 3 (n.E.)

Es wurde spät: Wer sich nach dem spannenden Pokalabend auch noch die Auslosung des Viertelfinales anschauen wollte, kam erst weit nach Mitternacht ins Bett. Zuvor hatte die Borussia einen nach Chancen und Spielanteilen hochverdienten Sieg gegen Hertha BSC errungen – aber erst im Elfmeterschießen. Die Gäste verteidigten vor allem in der zweiten Halbzeit massiert in der eigenen Hälfte und beließen es weitgehend dabei.

Drei Gedanken zum Spiel

Was ist falsch an der guten, alten Viererkette? Auch wenn Hertha sich überwiegend aufs Verteidigen konzentrierte, hätte dem BVB eine traditionellere Abwehr gut getan. Die Dreier- bzw. Fünferkette mit nur zwei echten Innenverteidigern überzeugt mich nicht. Beim Gegentor ließen die Schwarz-Gelben schlicht die Zuordnung vermissen – sowohl bei der Flanke von Niklas Stark als auch beim Kopfball von Kalou. Nun bin ich kein ausgesprochener Taktikfuchs, aber Marcel Schmelzer schien mir auf seiner vorgezogenen Position im Mittelfeld nicht effektiver als wenn er klassisch Außenverteidiger spielt. Der offensiv ohnehin agilere Erik Durm hat auch schon von der Rechtsverteidiger-Position aus gute Partien gezeigt.

Berliner Mauern wird bestraft. Ich vertrete ja die Meinung, dass jede Fußballmannschaft das Recht hat, innerhalb des Regelwerks so zu spielen, dass sie die größten Erfolgschancen hat. Also darf Hertha BSC im Westfalenstadion selbstverständlich defensiv auftreten. In der ersten Hälfte taten sie das nur primär und nicht ausschließlich, hatten ähnlich viele Chancen wie der BVB und führten denn auch 1:0. Später kamen sie über lange Phasen kaum noch aus der eigenen Hälfte, warteten 15 Meter vor dem eigenen Strafraum auf die Dortmunder Bemühungen, eine Lücke zu finden. Zu diesem Zeitpunkt wäre ein Lucky Punch nicht mehr verdient gewesen. Das Problem: Die Borussia nutzte nach dem schnellen 1:1 nach der Pause die noch entstehenden Gelegenheiten wieder mal nicht. weiterlesen

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