Warum die Pokalspielabsage gut für den BVB ist

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Eine nasskalte Nacht in Lotte erleben – macht mit Fußball sicher mehr Spaß. Darin dürften sich Spieler und Fans gestern Abend einig gewesen sein, als die Begegnung zwischen den gastgebenden Sportfreunden und Borussia Dortmund kurzfristig abgesagt wurde. Wer die Bilder vom Platz im Fernsehen gesehen hat, kann aber an Schiedsrichter Brychs Entscheidung nicht ernsthaft zweifeln. Selbstverständlich ist das bitter für die, die hingefahren sind. Aber wer kann erinnere sich mal zurück an die Achtziger – da gab es im Winter reihenweise Spielabsagen auch in der Bundesliga.

Natürlich darf die Frage gestellt werden, ob die Problematik nicht absehbar war. Schließlich wurde am Wochenende bereits die Drittliga-Begegnung der Lotter gegen den Chemnitzer FC abgesagt. Doch wer regelmäßig zu den Spielen eines unterklassigen Vereins geht, weiß: In vielen Stadien muss improvisiert werden, im Winter häufen sich die – manchmal auch kurzfristigen – Spielausfälle. Und keiner dieser Vereine wird im Pokal ohne Not auf sein Heimstadion verzichten, wenn es halbwegs den Erfordernissen genügt. Deshalb wären Vorwürfe an die SF Lotte unangemssen.

Nun kommt es voraussichtlich am 14. März zum nächsten Versuch – im Lotter Frimo Stadion oder an einem Ausweichort. Ob der Gastgeber das Risiko eingehen will, die Viertelfinalbegegnung erneut zu Hause anzusetzen, sollte er selbst entscheiden. Nur müssten dann rechtzeitig Signale aus Lotte kommen, wenn auch der neue Termin in Gefahr gerät.

Für die Borussia sollte die Verschiebung eigentlich kein Nachteil sein. Erneut haben die Schwarz-Gelben jetzt eine Woche Zeit, um sich auf eine mutmaßlich heiße Partie gegen Leverkusen vorzubereiten. Im Anschluss dürften die Kraftreserven auch noch für mindestens 90 Minuten gegen Benfica am Mittwoch reichen. Vor Freiburg wurde die Zeit genutzt. Wer weiß, welche Opfer dagegen der sogenannte Rasen von Lotte gefordert hätte. Das Problem ist natürlich nicht aus der Welt, könnte sich aber bis Mitte März verkleinert haben.

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