Dortmund sorgt für Finale daheim

Standard

1. Bundesliga, 33. Spieltag / FC Augsburg 1 BVB 1

Im Schatten von Pokalfinale und jeder Menge Spekulationen um den Trainer verpasst die dominante Borussia in Augsburg die Vorentscheidung im Kampf um Platz 3 sowie eine Chance auf Platz 2.

Drei Gedanken zum Spiel

Wie ordnet man diese Leistung ein: große Dominanz, wenig Durchschlagskraft? Der BVB bemühte sich ja, suchte die Lücke, hatte sage und schreibe 77 Prozent Ballbesitz. Die Gastgeber setzten auf das in dieser Saison zumindest gelegentlich bewährte Rezept, tief zu stehen und auf Konter zu warten. Und wenn die schwarz-gelbe Defensive so sehr dazu einlädt wie in der 29. Minute, dann hat FCA-Trainer Manuel Baum alles richtig gemacht. Ein simpler Abschlag von Keeper Luthe traf die Dreierkette unvorbereitet und Augsburgs Max war durch. Was von schwarz-gelber Seite folgte, war trotz des schnellen Ausgleichs zu oft Stückwerk. Unter den 15 Torschüssen waren zwar einige, die einen Auswärtssieg gerechtfertigt hätten, doch angesichts aller anderen Statistiken hätten es mehr sein müssen.

Fehlte etwa die Entschlossenheit? Man spürte jedenfalls nicht über 90 Minuten diese große Intensität, die das BVB-Spiel in den besten Zeiten auszeichnet. Der Subtext dazu: Beeinflusst die Mediendebatte zur Unzeit die Spieler? Ich bin bei solchen Deutungen immer sehr vorsichtig, genauso wie bei der Bedeutung von Watzkes Antwort auf eine Journalistenfrage. Augsburg verteidigte gut, der Borussia fehlte nicht zum ersten Mal in solchen Situationen die Inspiration. Einer, der fast schon untypisch entschlossen wirkte und im Mittelfeld in viele Zweikämpfe ging, war Pierre-Emerick Aubameyang. Der will die Kanone, das merkte man ihm an. Und da der Service aus dem Mittelfeld zu wünschen übrig ließ, kümmerte er sich gelegentlich selber darum.

Eine Rolle spielte auch die Verletzung von Julian Weigl. An guten Tagen ist er der Mann für die öffnenden Pässe. In den 20 Minuten seines Mitwirkens gestern war davon noch nicht so viel zu sehen. Aber was wäre gewesen, wenn? Der BVB wurde in der Folge vor allem über die Flügel gefährlich, der Weg durch die Mitte war meistens Sackgasse. Nach dem Spiel wurde bekannt: Julian hat sich einen Bruch des Sprunggelenks zugezogen und fällt monatelang, vermutlich bis in die neue Saison hinein, aus. Gute Besserung von dieser Stelle!

Am Ende ist entscheidend: Der BVB hat es zu Hause gegen Bremen selbst in der Hand, Platz 3 zu sichern. Ein Sieg reicht, wenn Hoffenheim kein Freak-Resultat gelingt. Doch es ist jammerschade, dass wir uns das von den Bayern bewundernswert gedrehte Spiel in Leipzig nicht mehr zunutze machen können. Auch gestern wäre mehr drin gewesen. Dennoch: Eine Trainerdiskussion gibt es hier erst, wenn etwas entschieden oder die Saison vorbei ist

Die Aufstellung: Bürki – Ginter (89. Rode), Sokratis, Schmelzer – Piszczek, Weigl (23. Durm), Guerreiro (80. Pulisic) – Dembelé, Kagawa – Aubameyang, Reus. Gelbe Karte: Ginter. Tor: Aubameyang

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