The beautiful game: BVB gewinnt wieder Endspiel gegen Bremen

1. Bundesliga, 34. Spieltag / BVB 4 Werder Bremen 3

Vor 15 Jahren holte sich Borussia Dortmund am letzten Spieltag gegen Werder Bremen nach Rückstand noch die deutsche Meisterschaft. Gestern ging es ’nur‘ um die Champions League-Teilnahme, doch die Partie überbot die von 2002 noch an Spektakel. Das lag am unbedingten Willen, an der Offensivstärke und an gravierenden defensiven Unzulänglichkeiten auf beiden Seiten.

Drei Gedanken zum Spiel

Fangen wir mit dem Negativen an: Die Abwehr hat kein Spitzenniveau. Natürlich traf man auf Bremer Seite in Max Kruse auch auf jemanden, der zurzeit auf Topniveau spielt. Doch die eklatante Anfälligkeit bei Kontern – natürlich Mittel der Wahl von Werder – darf so nicht sein. Da mangelte es am Positionsspiel und in der Folge an der Fähigkeit, eine Abseitsfalle zu stellen. Natürlich findet man in fast jedem Spiel auch Entschuldigungen. So fiel Marcel Schmelzer kurzfristig aus und wurde durch den gefeierten Rückkehrer Marc Bartra ersetzt. Der musste gleich Dreierkette spielen, fand sich aber immerhin nach und nach besser zurecht. Anstelle von Julian Weigl spielte wie erwartet Nuri Sahin, konnte aber nicht vollständig überzeugen.

Mehr und mehr gelangt man also zur Erkenntnis: Ja, die Viererkette hat personelle Verstärkung nötig. Aber nicht nur in der Innenverteidigung. Und vielleicht muss man taktisch auch etwas vorsichtiger agieren.

Auf der anderen Seite war da dieses Offensivfeuerwerk. Natürlich, Pierre-Emerick Aubameyang wollte die Torjägerkanone und bekam sie am Ende auch verdientermaßen, trotz vier Bayern-Toren gegen Freiburg. Als er zum Elfmeter antrat, hielt wohl jeder den Atem an. Erst nach dem Spiel wurde ja klar, dass es kein Millionenschuss war. Wie er später feierte, was er nach der Partie sagte, das hörte sich leider nach Abschied an. Warten wir es ab, die  Woche nach dem Pokalfinale wird ja in vielerlei Hinsicht spannend.

Neben Auba überzeugte Marco Reus durch seinen Wahnsinnseinsatz, obwohl er mehrmals schmerzhaft getroffen wurde. Kein Gedanke an das Pokalfinale war zu spüren, an den ersten Titel, den er unbedingt holen will. Toll und von mir ganz ehrlich nicht erwartet: Shinji Kagawa spielt sich rechtzeitig zum großen Finale wieder in Topform. Und obwohl es für das Team zunächst in die falsche Richtung ging, war Christian Pulisics Einwechslung nach der Pause richtig und wichtig.

Was bedeutet nun dieses gelungene Saisonfinale? Kann man nach diesem Spiel wirklich Thomas Tuchel entlassen? Nach allem, was auch er mitgemacht hat? Wenn er auch noch den Pokal holt? Mich würde es allein schon deshalb freuen, wenn er weitermacht, weil die Übertreiber aus den Medien dann falsch gelegen hätten. Auf der anderen Seite: Muss einem nach diesem Spiel bange vor der Zukunft sein, egal was personell passiert? Essenziell wird sein, dass der alte oder neue Trainer die Defensive stabilisiert. Alles andere wird sich ergeben.

Nun aber: Pokalfinale. Hoffentlich mit Marco. Zuversicht statt Angst vor der Übermacht. Und trotzdem werden wir hoffentlich alle die Spannung hoch halten. Zuvor geht es am Montagabend für die schwarz-gelben A-Junioren im Westfalenstadion um die deutsche Meisterschaft. Doch noch ein Endspiel gegen den FC Bayern.

Die Aufstellung: Bürki – Ginter, Sokratis, Bartra – Durm (46. Pulisic), Sahin (72. Castro), Guerreiro – Dembelé (90. +3 Bender), Kagawa – Aubameyang, Reus. Gelbe Karten: Sokratis, Dembelé, Sahin, Kagawa. Tore: Reus (2, davon 1 EM), Aubameyang (2, davon 1 EM)

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