Vier gewinnt: Dortmund holt den Pott

DFB-Pokal, Finale / Eintracht Frankfurt 1 BVB 2

Mancher wird einfach nur gedacht haben: endlich. Manchem fehlte spielerischer Glanz. Doch wer wären wir denn, wenn wir uns über einen verdienten Pokalsieg – und den ersten echten Titel seit fünf Jahren – nicht mehr richtig freuen könnten? Genau, die Bayern. Mit einer weiteren Auba-Show zum wahrscheinlichen Abschied hat die so ganz andere Saison ein grandioses Ende gefunden.

Drei Gedanken zum Spiel

Natürlich, es war ein Arbeitssieg. Angesichts der vielen zusehenden Länder keine Werbung für eine neue Art von Fußball wie in den erfolgreichsten Klopp-Jahren. Aber die Konstanz aus 2011 und 12 ist passé und dafür gibt es zu akzeptierende Gründe. Nach der frühen Führung durch Dembelé, dessen Tor ein wenig an München erinnerte, machten es die Frankfurter dem BVB im Mittelfeld schwer. Der Spielaufbau der Schwarz-Gelben bestand nach der ersten Viertelstunde weitgehend aus langen Bällen.

Doch in der zweiten Hälfte gewann die Borussia ihre Dominanz zurück und die Zahl der Torschüsse, 12:8 für Schwarz-Gelb, spiegelt auch das Endergebnis wieder. Pierre-Emerick Aubameyang wurde nach Reus‘ verletzungsbedingtem Ausscheiden zum Mann des Spiels. Ein Fallrückzieher, der fast zum Tor des Jahres geworden wäre und nur mit Mühe von einem Frankfurter an die Latte gelenkt wurde. Ein weiterer Schuss ans Aluminium. Und eben der cool verwandelte Elfmeter, als ob es nie zuvor Fehlschüsse gegeben hätte. Traurig, ihn vielleicht bald nicht mehr in unseren Farben zu sehen.

Und auf den Rängen? Manche begreifen es einfach nicht. Wie schön wäre es gewesen, wenn wir nur über ein einträchtiges Pfeifkonzert gegen Helene Fischer und den DFB sprechen müssten? Doch nun kann der Verband wieder mit dem Finger auf die Fans zeigen, die sich außer ihrer Pyro-Ego-Show vor Spielbeginn kaum etwas ausgedacht hatten. Da hatten die Frankfurter, die in der Pause auch zündelten, mehr zu bieten.

Um was geht es den Jungs und Mädels, die in diesem Ausmaß Pyrotechnik zünden müssen? Um maximale Aufmerksamkeit für sich. Aber sicher nicht um den Verein oder andere Fans, die darunter wieder zu leiden haben werden. Und, selbst wenn es manchen Ultras gegenüber ungerecht ist: Langsam geht mir auch die Opferrolle auf die Nerven, in die man dann in der Konfrontation mit der Polizei schnell flüchtet.

Leider gab es nach dem Spiel auch Misstöne aus der Mannschaft. Thomas Tuchel hatte Nuri Sahin, der als Ersatz für Julian Weigl prädestiniert schien, nicht in den Kader berufen. Das kritisierte Kapitän Marcel Schmelzer nach dem Spiel deutlich und auch Marco Reus zeigte sich überrascht. Hätte es in der BVB-Zentrale mit Nuri gestern besser ausgesehen? Nicht unbedingt, wenn man an seinen letzten Auftritt denkt. Doch dass er gar nicht im Kader war, erstaunte schon.

Was machen wir aus diesen deutlichen Worten? Ich hätte nach diesem Pokalsieg eigentlich auf ein weiteres Jahr mit Tuchel getippt und gehofft. Doch es gibt scheinbar Spieler, die dem Trainer kritischer gegenüberstehen als man das gerne sieht. Sowohl Nuri als auch Schmelle hat Tuchel mit seinen Entscheidungen nicht immer erfreut. Sportlich ist daran allerdings nichts auszusetzen. Beide Spieler haben derzeit nicht die Qualität, einen absoluten Stammplatz zu beanspruchen. Im bevorstehenden Gespräch mit der Vereinsführung dürfte auch dieses Thema ins Gewicht fallen. Dennoch: Nach dieser Saison wäre eine Trennung vom Trainer nur zu verantworten, wenn man ganz starken Ersatz bekommt. Den sehe ich noch nicht am Horizont.

Schnell zurück zum Schönen: Der Pokal zählt. Den haben sich alle im Verein, inklusive der Zehntausende, die wieder in Berlin waren, verdient. Die Mannschaft hat gefeiert, auch ‚Papa‘ und Marco. Nun müssen wir die Daumen drücken, dass Letzterer sich seinen ersten Titel nicht mit einer schweren Verletzung erkauft hat. Nur der BVB!

Die Mannschaft: Bürki – Bartra (76. Durm), Sokratis, Schmelzer (46. Castro) – Piszczek, Ginter, Guerreiro – Dembelé, Kagawa – Aubameyang, Reus (46. Pulisic). Gelbe Karte: Dembelé. Tore: Dembelé, Aubameyang (EM)

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Ein Kommentar

  1. Tuchel hat seine Ziel erreicht direkte Qualifikation zur Champions League den Pokal Sieg warum sollte er nicht bleiben letzten Endes entscheiden die Bosse. Und die Pyro Einsätze sind einfach nur Abscheulich man muss bedenken es sind vielleicht auch Kinder mit ihrem Eltern in den jeweiligen Blogs das geht schnell mal nach hinten los und helfen tut es den Vereinen auch nicht im Gegenteil sind schädlich für die Vereine nicht nur finanziell sondern auch aus anderen Gründen.
    Euer lok09

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