Auf der Suche nach dem Spielglück

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Champions League, 2. Spieltag / BVB 1 Real Madrid 3

Die Borussia verliert auch ihr zweites Gruppenspiel mit 1:3. Nicht unverdient, wenn man die hochkarätigen Chancen zählt. Und doch hätte auch die Partie gegen den Titelverteidiger anders laufen können, hätten die Schwarz-Gelben nicht wieder Pech gehabt. Der Diskussion um die taktische Herangehensweise werden sie trotzdem nicht ganz entkommen können.

Drei Gedanken zum Spiel

Wie sagte es Nuri Sahin nach dem Spiel: „Man braucht auf dem Niveau auch ein bisschen Spielglück.“ Und tatsächlich ist die Leistung zwar das Wichtigste, doch es entscheiden eben manchmal Millimeter – und fehlbare Schiedsrichter. Kurz nach der Pause scheiterten Auba und Yarmolenko knapp am Ausgleich.

Meistdiskutiert war aber natürlich die Szene in der 14. Minute, als Sergio Ramos den Ball im Strafraum mit der Hand spielte. Zuvor hatte Keeper Navas pariert, von ihm sprang der Ball zum nahen Abwehrspieler. Journalisten, unbeteiligte Schiedsrichter und sogenannte Experten waren geteilter Meinung. Im Zweifelsfall geben diese Personenkreise jedoch eher dem Referee Recht. Dabei war im Fernsehen klar ersichtlich, dass Ramos nicht einfach nur den Arm zu hoch hatte, sondern ihn auch aktiv in Richtung Ball bewegte. Eine billige Ausrede ist Sahins Aussage daher nicht. Nur bleibt es eben beim Konjunktiv: Was wäre gewesen, wenn?

Mindestens genauso heftig diskutiert: War nun die Taktik zu naiv oder Real einfach zu stark? Auf den ersten Blick stand die BVB-Defensive tatsächlich zu oft blank. Gerade die Flügel mussten häufig preisgegeben werden. Doch erinnert man sich an die letzten Duelle gegen den Titelverteidiger, war es auch dort so, dass außergewöhnliche Torwartleistungen und Last-Minute-Tackles notwendig waren, um zu bestehen. Deswegen kann man es auch mit Peter Bosz halten, der Probleme bei der ganzen Mannschaft gesehen hat:

Wenn Stürmer und Mittelfeldspieler nicht richtig Druck machen können, wird das schwer für die Verteidigung.

Man kann jetzt ewig weiter diskutieren. Etwa ob es vielleicht auch naiv ist, erfolgreichen Dauerdruck auf Real zu erwarten. Aber letztlich muss man zu dem Schluss kommen, dass die Madrilenen auf den meisten Positionen einfach stärker besetzt sind. Ganz besonders im Mittelfeld und in der Abwehr. Da wurde viel weg verteidigt, was der BVB eigentlich gar nicht schlecht nach vorne gebracht hatte. Auf diesem Niveau ist unsere Innenverteidigung nicht und die Außen schon gar nicht. Toljan vielleicht noch nicht, Piszczu nicht mehr, wenn er es denn mal war. Und die Drei in der Mitte gaben sich zwar redliche Mühe, doch ein Modric oder Kroos sind da auch ein Stück voraus.

Wie sind nun die Perspektiven? Kommt der BVB noch ins Achtelfinale? Besonders wahrscheinlich ist das nicht. Wir haben ein Team, das für dieses Niveau noch nicht eingespielt sein kann. Man muss bedenken, dass die Schwarz-Gelben mit die schwerste Gruppe erwischt haben – als Klub aus Topf 2. Natürlich hätte es in Wembley besser laufen können. Schließlich sticht bei den Spurs nur Harry Kane so richtig raus.

Doch wie ich neulich schon in einem Kommentar geschrieben habe: Es gibt Schlimmeres als im Frühjahr Europa League zu spielen. Sportlich halte ich zunehmend weniger von dieser verzerrten Champions League. Klar ist da Spektakel und wenn der BVB spielt, fiebere ich noch mit. Aber als Wettbewerb taugt für mich die ungeliebte Schwester Europa League inzwischen mehr. Dass es finanziell ein Nachteil wäre, dort zu spielen – keine Frage!

Gut dass jetzt erst mal Pause ist und es nach Augsburg geht.

Die Aufstellung: Bürki – Piszczek, Sokratis, Toprak, Toljan (60. Dahoud) – Sahin (60. Weigl) – Castro, Götze (76. Pulisic) – Yarmolenko, Aubameyang, Philipp. Gelbe Karten: Toprak, Weigl. Tor: Aubameyang

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