Tabellenführer trotz verspielter Führung

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1. Bundesliga, 9. Spieltag / Eintracht Frankfurt 2 BVB 2

Die Borussia im Zwiespalt: Kann man sich über einen Punkt bei einer Eintracht im Aufwind freuen? Eigentlich nicht, wenn man 2:0 führte und die eigene Abwehr vogelwild spielte. Doch am Ende des Tages reicht der Auswärtspunkt, um Platz 1 zu behaupten, weil die Bayern sich mit einem einzigen Törchen in Hamburg begnügen mussten. Und immerhin lieferte das BVB-Spiel erneut beste Unterhaltung.

Drei Gedanken zum Spiel

Was für eine Partie! Aber auch: was für eine dramatische Situation in der BVB-Abwehr! Peter Bosz musste Sokratis und Toprak ersetzen. Er entschied sich für Weigl als Innenverteidiger und ließ Marc Bartra erneut außen spielen. Letztere Maßnahme ging auf, als Marc Nuri Sahin das 1:0 auflegte. Ersteres muss man als mindestens zweifelhaft bezeichnen. Ein ums andere Mal wurde die Viererkette überspielt, viel zu häufig lief man hinterher oder stand in Unterzahl den Frankfurter Offensiven gegenüber. Die das natürlich auch stark machten.

Selbstverständlich war für diese löchrige Defensive nicht nur Julian Weigl verantwortlich. Aber man muss bedenken, dass es auch mit ihm nicht lief – denn Peter Bosz bekam für seinen Doppelwechsel, bei dem neben Kagawa Zagadou für Weigl kam, viel Kritik in den Medien. Auch von Sky-Kommentator und BVB-Fan Hansi Küpper. Bartra nach innen zu ziehen war aber zu diesem Zeitpunkt durchaus nachvollziehbar. Trotz des 2:0 hatten die Schwarz-Gelben zuvor alle Türen offen gelassen. Weswegen diese ersten 15 Minuten nach der Pause auch so atemberaubend waren – in beide Richtungen.

Aber mal zum Nebenmann von Weigl und später Bartra: Es stand doch tatsächlich Neven Subotic in der Startelf. Ein schöner, wenn auch unerwarteter Anblick. Der Meisterheld war bekanntlich aussortiert – doch heute eben der erfahrenste Innenverteidiger. Neven gab denn auch alles, hatte ein paar amtliche Grätschen parat. Man merkte ihm aber die fehlende Spielpraxis stark an, gerade im Positionsspiel. Mal sehen, ob er im Pokal noch eine Chance bekommt. Hauptsache ist aber, dass Marc Bartra spielt.

Zwei umstrittene Personalien waren zuletzt Roman Bürki und Jadon Sancho. Unser Keeper hielt heute, was zu halten war, machte vieles richtig stark, war hellwach und spielte gut mit. Er verursachte jedoch den Elfmeter zum Anschlusstreffer der Eintracht. Das war zwar ungestüm bis ungeschickt, aber ohne einen entschlossenen Einsatz Bürkis hätten die Frankfurter womöglich auch das Tor erzielt.

Unser Last-Minute-Transfer aus England, Jadon Sancho, bekam heute seine ersten Pflichtspiel-Minuten in der ersten Mannschaft. Nach dem Rückruf von der U17-WM hatten die englischen Coaches den BVB für sein zuvor allerdings abgesprochenes Vorgehen kritisiert. Wäre Sancho nicht im Kader gestanden, hätte ich sie verstehen können. Nun wurde das vermeintliche Riesentalent aber sogar eingesetzt. Vielleicht nur als Statement, aber egal. Mir hat der Junge sehr gut gefallen. Ich weiß, das konnte man gelegentlich auch von Emre Mor sagen. Aber Jadon ist selbstbewusst und scheint es drauf zu haben. Fast hätte er noch das 3:2 erzielt. Sollte er so weiter machen, könnte er Skeptiker wie mich, die an der Sinnhaftigkeit eines weiteren Mittelfeld-Transfers gezweifelt hatten, überzeugen.

Die Aufstellung: Bürki – Bartra, Weigl (58. Zagadou), Subotic, Toljan – Sahin – Castro (58. Kagawa), Götze – Pulisic, Aubameyang, Philipp (84. Sancho). Gelbe Karten: Weigl, Bürki, Bartra. Tore: Sahin, Philipp

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