Lasst es uns Ergebniskrise nennen!

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Champions League, 4. Spieltag / BVB 1 Apoel Nikosia 1

Rein ergebnistechnisch ist das 1:1 im Heimspiel gegen Nikosia der Höhepunkt der neuen Tristesse, die Borussia Dortmund erfasst hat. Gleichzeitig lieferte es aber weniger Anhaltspunkte als zuletzt, um gleich von einer vom Trainer verursachten Systemkrise zu sprechen. Das Problem: Was die Borussia hinten falsch macht, bügelt sie vorne nicht mehr aus.

Zeit für eine stabile Abwehrformation

Man kann das wegen seiner Offensichtlichkeit banal nennen. Gemeint ist aber neben der Notwendigkeit, Fehler abzustellen noch etwas anderes. Peter Bosz sollte gerade in solch wackeligen Phasen die Abwehrspieler auf ihren stärksten Positionen einsetzen. Es wird Zeit, dass Marc Bartra in die Innenverteidigung zurückkehrt. Er hatte ohne Zweifel ein paar gute Momente außen und mit mehr offensiven Freiheiten. Doch seine Stärken kommen innen genauso zur Geltung und seine Schwächen weniger. Ömer Toprak spielte auch gestern nicht grottig, war aber wie Bartra am Gegentor beteiligt. Der Unterschied: Marc hatte bei seinem Ballverlust fernab seiner eigentlichen Position auch noch Pech, da der Ball unglücklich versprang.

Wer sollte an seiner Stelle außen spielen? Allzu viele Alternativen gibt es ja nicht. Sokratis wäre eine Möglichkeit, aber ich sähe ihn lieber an der Seite von Bartra innen. Ein weiterer Versuch mit Toljan ist denkbar, aber bitte nicht gegen Bayern. Man könnte sich bei der U23 umschauen. Am erfolgversprechendsten scheint aber, einfach Raphael Guerreiro mal auf rechts zu probieren. Der Mann kann doch fast alles.

Das blöde alte Abschlusspech ist zurück

Wie haben wir in mancher Dürreperiode unter vergebenen Chancen gelitten. Kaum zu glauben, dass der BVB derzeit in der Liga die beste Chancenverwertung aller Klubs vorzuweisen hat. In der Champions League fühlt sich das ganz anders an. Trotz schlechtem Spiel hätten die Schwarz-Gelben schon auf Zypern gewinnen müssen: Erinnern wir uns an den Aluminiumtreffer von Auba kurz vor Schluss! Ähnlich war es gestern: Die Borussia hatte mehrere hochkarätige Gelegenheiten, die bei der Qualität unserer Spieler normalerweise zu Toren führen.

Stimmt schon: Es hätte noch mehr solcher Szenen geben können. „Ideenlos“ und „ungenau“ wird das BVB-Spiel in den Medien unter anderem genannt. Aber Apoel machte seine extreme Defensivtaktik richtig gut. Es war schwer. Trotzdem hätten die Schwarz-Gelben ein 2:1 oder 3:1 verdient gehabt. Wenn Bosz hier Fehler machte, dann waren es wieder personelle: Für mich bleibt es unverständlich, warum in einer solchen Situation Schürrle und nicht Isak kommt.

Rotation gegen Bayern?

Es ist ein schmaler Grat: In der Viererkette müsste sich eigentlich erst mal eine Stammformation finden. Im Mittelfeld ist das stete Herumprobieren von Bosz allerdings nachvollziehbar. Doch wer sollte hier gegen den Tabellenführer ran? Vieles spricht für zwei robuste Spieler, die den Ball behaupten können. Für mich Sahin und Castro, denen die Bayern liegen könnten oder schon gelegen haben. Weigl und Götze sehe ich dagegen nicht so stark wie sie teilweise schon wieder gemacht werden. Deshalb: Shinji, ein Mann für besondere Momente. Allerdings nur dann, wenn es auch bei den anderen läuft.

Zeit, die Champions League vorerst zu vergessen. Dort ist Platz 3 in Reichweite, in der Liga geht es jetzt um Platz 1. Fast so unerklärlich wie das 1:1 gegen Nikosia wäre ein Erfolg gegen Super-Jupp. Passiert aber eben manchmal doch.

Die Aufstellung: Bürki – Bartra, Sokratis, Toprak (87. Schürrle), Guerreiro (72. Schmelzer) – Weigl – Kagawa, Götze – Pulisic, Philipp (65. Yarmolenko) – Aubameyang. Tor: Guerreiro

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