Dortmund wird in Stuttgart schwarz vor Augen

1. Bundesliga, 12. Spieltag / VfB Stuttgart 2 BVB 1

Die hässlichsten Sondertrikots seit Menschengedenken bleiben ungesühnt: Ganz in schwarz ist der heimstarke VfB im Gottlieb-Daimler-Stadion auch gegen die Borussia erfolgreich. Die Gäste fallen vor allem durch einen slapstickhaften Fehler und einen uneffektiven Mittelstürmer auf.

Frühe Gegentore stoppen Wende

Es war ein Spielverlauf zum Gruseln: Nach fünf Minuten nutzt Stuttgarts Akolo das versuchte Zusammenspiel von Marc Bartra und Roman Bürki zur Führung. Nach dem zum vermeintlich idealen Zeitpunkt vor der Pause gefallenen Ausgleich überstehen die Schwarz-Gelben nach dem Wiederanpfiff wieder nur gut fünf Minuten unbeschadet. Der Rest der zweiten Hälfte muss dann wohl unter Kollektivversagen verbucht werden. Eine der wesentlichen Fähigkeiten des BVB, unabhängig vom Spielstand in einer Partie zu bleiben, ist verloren gegangen.

Nun wird es immer ungemütlicher, aber man muss auch auf das extreme Verletzungspech eingehen: Nach der berechtigten Suspendierung von Aubameyang mussten sich auch noch Alexander Isak und Christian Pulisic aus gesundheitlichen Gründen abmelden. Glaubt jemand, dass wir mit den beiden auch verloren hätten?

Klare Fehleinschätzung im Sturm

Damit sind wir bei einem wesentlichen Problem des gestrigen Auftritts: Für jeden ersichtlich fehlte den Schwarz-Gelben ein Mittelstürmer. Hätte Peter Bosz die Fans befragt, hätte wohl nur eine kleine Minderheit empfohlen, im Sturmzentrum auf André Schürrle zu setzen. Der mag laufen und laufen und laufen, aber sieht man in Vereinskreisen nicht, wie schrecklich uneffektiv er ist? Es gab genau zwei Szenen, in denen es halbwegs nach einem Torerfolg für ihn aussah: Den Elfmeter musste Philipp im Nachschuss reinmachen, die andere Szene konnte Zieler klären. Unhaltbar war der Ball aber nicht.

Eine ungute Mischung ist in Dortmund am Brodeln. Es ist meistens gar nicht die Taktik, die das Problem ist. Es ist die häufige Rotation, teilweise erzwungen, die nicht per se schlecht ist, aber zu zu vielen fragwürdigen Personalentscheidungen führt. Weder kann sich ein Team einspielen noch hat man den Eindruck, dass immer die Besten auf dem Feld stehen. Gestern musste auch noch Sokratis raus, was in der unsicheren zweiten Halbzeit nicht hilfreich war.

Derby: Wende oder Abgesang

Durch den Negativlauf zeigt sich die Mannschaft zunehmend verunsichert, das Selbstbewusstsein hat sichtbar gelitten. Das Champions League-Spiel gegen die Spurs wird zwar wichtig, aber da noch keine endgültige Entscheidung um Platz 3 fällt, steht die Borussia erst beim Derby am Samstagnachmittag am Scheideweg. Bei einer Niederlage mit schlechter Leistung könnte es richtig ungemütlich werden – vorausgesetzt man hat auch gegen Tottenham nicht gewonnen. Sollte jemand vor der Winterpause die Trainerfrage stellen, frage ich aber schon mal präventiv zurück: Wer sollte denn kurzfristig übernehmen? Und jetzt zählt erst mal nur das Derby!

Die Aufstellung: Bürki – Toljan, Sokratis (46. Zagadou), Bartra, Schmelzer – Weigl – Götze, Kagawa (63. Dahoud) – Yarmolenko, Schürrle (83. Guerreiro), Philipp. Tor: Philipp

 

Advertisements

Ein Gedanke zu “Dortmund wird in Stuttgart schwarz vor Augen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s