Achtungsmisserfolg in München

DFB-Pokal, Achtelfinale / Bayern München 2 BVB 1

Im letzten Spiel vor der Winterpause steigert sich die Borussia während der 90 Minuten fast noch zum Ausgleich. Wer jetzt jedoch den Kurzschluss zieht, dass mit einer mutigeren Taktik von Anfang an in jedem Fall mehr drin gewesen wäre, liegt falsch.

Ich bin bekanntlich kein Freund der Dreier-/Fünferkette. Aber soll sie wirklich dafür verantwortlich gewesen sein, dass die Schwarz-Gelben gestern Abend anfangs nicht nur tief standen, sondern auch ständig hinterherliefen, kaum in Zweikämpfe gingen und Kombinationen hinbekamen? Wahrscheinlicher ist, dass der BVB in der derzeitigen Situation mit jeder taktischen Marschroute zu viel Zeit gebraucht hätte, um in ein Spiel gegen die Bayern zu finden.

Knackpunkt Auba

Vielleicht hätten die Spieler andere Fehler gemacht, aber die größten Auswirkungen auf die Erfolgsaussichten der Borussia hatte der Ausfall von Pierre-Emerick Aubameyang. Bei einer in allen Bereichen top-besetzten Mannschaft wie dem FCB braucht es einen außergewöhnlichen Stürmer, um sie in Verlegenheit zu bringen. Außergewöhnlich ist in jedem Fall Aubas Geschwindigkeit. Willst du jemand wie ihn zu jedem Zeitpunkt unter Kontrolle haben, tun sich in der Regel anderswo Lücken auf, die zumindest eine Top-Mannschaft ausnutzen könnte. Ohne ihn wird das ungleich schwerer.

Es stimmt allerdings, dass die Borussia später im Spiel mehr Zugriff hatte. Die frühe Einwechslung des sich langsam steigernden Mo Dahoud und die Auswechslung des derzeit indisponierten Marc Bartra waren richtig. Gerade die Wechselpolitik von Peter Stöger gefällt mir besser als die des vorherigen Peters. Auch wenn ich Isak gestern früher gebracht hätte.

Die Ausdauer stimmt

Doch es dauerte bis zum letzten Viertel des Spiels, ehe die Borussia wirklich ebenbürtig und gegen Ende noch mehr war. Die Schwarz-Gelben gewannen über gelungene Spielzüge an Selbstvertrauen, parallel schwanden aber auch die Kräfte der Bayern. Das zumindest ist eine positive Nachricht: Beim BVB war das nicht in gleichem Maße zu beobachten. Mag Armin Veh erzählen was er will.

Am Ende des Tages haben wohl nur die wenigsten mit einem Weiterkommen in München gerechnet. Am Ende des Spiels war es ein achtbarer Misserfolg, nach dem man „was wäre gewesen, wenn …“ fragen kann, aber es bliebe pure Spekulation. Am Ende der Winterpause wird mir dieses Ausscheiden wohl gar nicht mehr viel ausmachen. Zwei spannende Wettbewerbe bleiben. Und nach dem Pokalsieg dieses Jahr wäre der ein oder andere Achtungserfolg in der Europa League eine annehmbare Alternative. Ganz ohne schlechtes Gewissen.

Die Aufstellung: Bürki – Bartra (34. Dahoud), Sokratis, Toprak – Toljan (88.Isak), Weigl, Guerreiro (56. Schürrle), Schmelzer – Yarmolenko, Kagawa – Pulisic. Gelbe Karten: Dahoud. Tor: Yarmolenko

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