Keine Tore ohne Auba

1. Bundesliga, 18. Spieltag / BVB 0 VfL Wolfsburg 0

Für Spannung allein gibt es noch keine drei Punkte: Zum Rückrundenauftakt vergibt Borussia Dortmund die Chance auf dem Silbertablett, tabellarisch wieder zur zweiten Kraft im deutschen Fußball zu werden. 0:0 zu Hause gegen Wolfsburg – das ist (noch) nicht die ersehnte Fortsetzung des Stöger-Aufbruchs. In einem waren sich danach aber wohl alle Schwarz-Gelben einig: Mit dem suspendierten Pierre-Emerick Aubameyang hätte man die Partie gewonnen.

Baustellen, die keiner braucht

Aubameyang war am Samstag nicht zu einer wichtigen Teamsitzung erschienen, in der es „um einen gemeinsamen Verhaltenskodex, um gemeinsame Ziele“ ging, wie Michael Zorc erläuterte. Fühlte sich unser Torjäger da thematisch eingeengt oder will er tatsächlich sogar einen Wechsel provozieren? Ich weiß nicht, ob man Auba so viel Kalkül unterstellen muss – die nächsten gut zwei Wochen werden uns schlauer machen. Was man schon sagen kann: Natürlich hat er es sich mit seinem Verhalten im Mannschaftskreis schwerer gemacht. Und natürlich verringern solche Aktionen die Chancen auf eine Zusammenarbeit über den Sommer hinaus.

Ist der BVB irgendwie selber schuld an der Entwicklung, wie ja auch der unglückliche Kommentar des Kicker-Redakteurs Wild nahelegte, den Aubameyang als beleidigend empfand? Nicht unbedingt in diesem Fall. Als ein Verein mit den Möglichkeiten der Borussia kannst du einen solchen Torjäger nicht einfach aussieben; du musst ihn managen. Ist der Verein zu streng, ist der Spieler bald weg. Auf der anderen Seite ist zu konstatieren, dass der BVB inzwischen recht weit entfernt scheint vom Teamgeist der Klopp-Meisterjahre. Natürlich müssen sich da auch diverse Verantwortliche hinterfragen.

Wie leer muss ein Tor sein?

80.600 Zuschauer im Westfalenstadion, ich endlich wieder einer von ihnen, verzweifelten bei den Hochkarätern, die die schwarz-gelben Jungs ausließen. Zweimal Aluminium (Isak, Sancho) – da denkt man noch: ist halt Pech. Und dann dieser kunstvolle Heber von Andriy Yarmolenko aus wenigen Metern über das leere Tor. So gut wie der Ukrainer oft über außen ackert, vor dem Kasten klappt es leider viel zu selten.

Auch die Wölfe hatten ein paar Torszenen – zweimal klärte Bürki stark. Vor allem in der zweiten Hälfte warteten die Gäste eher auf ihre Kontergelegenheiten. Die Borussia hatte ihre defensiven Schwächen vor allem außen – Toljan erinnerte wieder an seine ersten Spiele in schwarz-gelb, Piszczek braucht noch etwas. Aber es missfielen auch einige verlorene Zweikämpfe im Mittelfeld. Lichtblick war der junge Engländer Jadon Sancho. In seinen besten Momenten erinnerte er an einen Ousmane Dembelé, der auch noch nach hinten mitarbeitet. An ihm könnten wir noch viel Spaß haben. Dass da mal ein Ballverlust dabei ist – geschenkt.

Da Christian Pulisic verletzt ausfiel, stürmte Sancho neben Alexander Isak. Ein echtes Teenie-Duo also. Erfrischend, aber eben torlos. Dass für Isak schon in der 68. Minute Schürrle kam, muss man trotzdem nicht verstehen. Bis Freitag muss sich Peter Stöger entscheiden, ob die Zeit schon reif für eine Rückkehr von Auba in die Startelf ist. Dann geht’s nach Berlin.

Und wie nahmen die 80.600 das elfte Unentschieden des VfL Wolfsburg und den verpassten Sprung vor die Blauen Dortmunder-seits auf? Kurzes Pfeifkonzert, Aufmunterung aus der Mitte der Südtribüne. Muss ja weitergehen. Einfach wird 2018 aber nicht.

Die Aufstellung: Bürki – Piszczek, Sokratis, Toprak, Toljan – Weigl – Kagawa, Götze (56. Dahoud) – Yarmolenko (78. Sahin), Isak (68. Schürrle), Sancho. Gelbe Karte: Dahoud.

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