So macht Europapokal Spaß

Europa League, Zwischenrunde / BVB 3 Atalanta Bergamo 2

Darf man als BVB-Fan mit einem knappen Heimsieg bei zwei Gegentoren zufrieden sein? In der Europa League, nach dieser Champions League-Gruppenphase? Ich nehme mir das jedenfalls raus. Borussia Dortmund hat heute gezeigt, dass man Europapokal noch kann – und vor allem, dass man zurückkommen kann, auch nach einem grottigen Intermezzo zu Beginn der zweiten Hälfte.

Peter Stöger hatte sich entschieden, der Fitness von Marco Reus zu vertrauen und dafür im Mittelfeld zunächst auf den robusteren Castro anstelle von Götze zu setzen. Zunächst gingen die Gastgeber mit gesundem Selbstbewusstsein in die Partie, ehe sich Atalanta zum erwartet unangenehmen und sogar gleichwertigen Gegner entwickelte.

Es waren letztlich die Tore, die den Ausschlag in die eine oder andere Richtung zu geben schienen. Nach der Führung durch – ja, wieder er – Schürrle hatten die Schwarz-Gelben die Begegnung ordentlich im Griff. Ilicics Ausgleich in der 51. ließ das Spiel für einige Minuten komplett kippen. Dann kam Götze rein und Batshuayi mit dessen Hilfe zum Torerfolg – und von da an gab der BVB den Ton an, ohne brandgefährlich zu werden. Bis die Nachspielzeit kam.

Einstellung top

Positiv trotz zwei Gegentreffern: Ein echtes Einbrechen war bei der Borussia nicht zu erkennen. Die schwarz-gelben Jungs rafften sich nach dem reichlich ärgerlichen Rückstand wieder auf. Natürlich ließen sie aber in der ersten Viertelstunde nach der Pause defensiv vieles vermissen. Jeremy Toljan war vor allem am ersten Atalanta-Treffer unrühmlich beteiligt. Es war für ihn insgesamt ein Rückfall in die frühere Phase der Saison. Und auch Lukasz Piszczek, den der Sky-Kommentator in der ersten Hälfte beinahe heilig gesprochen hätte, ließ in dieser Phase nach. Die Außenverteidigung bleibt ein Betätigungsfeld für die Dortmunder Scouting-Abteilung.

Unter Peter Stöger wirkt die Mannschaft wieder geschlossener – gelegentliche Rückfälle nicht ausgeschlossen. Das noch bestehende Hauptproblem des BVB: die sehr unterschiedliche Form oder sogar Qualität der Spieler, die für die Startelf in Frage kommen. Toljan und Piszczek sind zumindest zu unkonstant. Julian Weigl fällt derzeit fast schon in einen Topf mit Nuri Sahin. Er wurde in der Vergangenheit größer gemacht als er war (Julian) und erreicht nun selbst seine Normalform nicht mehr. Heute musste er mal häufiger in Tacklings gehen als gewöhnlich – das wäre fast in einem Platzverweis geendet. Sein Ersatzmann Mo Dahoud kam in der 80. Minute und fiel erneut durch äußerst unsaubere Pässe auf.

Eine Lobeshymne und eine kleine Abbitte

Keine zwei Meinungen kann es bei Michy Batshuayi geben: Das war beinahe schon eine Weltklasseleistung. Und der Mann ist für den BVB ein Volltreffer, Leihspieler hin oder her. Er schoss ja nicht nur zwei Tore, sondern eroberte mehrmals Bälle in der Nähe des Mittelkreises, wie vor dem 1:0. Und so langsam darf oder muss man auch sagen: Mario Götze und sogar André Schürrle sind wieder da. Natürlich bestehen gerade bei Letzterem noch Vorbehalte, natürlich war er für den BVB noch keine 30 Millionen wert. Aber zu seinen schnellen, entschlossenen Antritten gesellt sich nun wieder etwas Spielglück und Selbstbewusstsein und das reichte heute erneut zu einem Treffer.

Natürlich ist das 3:2 in der K.O.-Runde kein perfektes Heimspielresultat. Aber ich glaube nicht, dass es die Borussia in Bergamo gegen ein gefordertes Heimteam unbedingt schwerer haben muss als im Westfalenstadion. In der Bundesliga haben die Schwarz-Gelben nur zwei von elf Auswärtsspielen verloren, sind damit drittbestes Team in der entsprechenden Tabelle. Das Rückspiel in einer Woche kann kommen. Und von Siegen in der Nachspielzeit kann ich nicht genug bekommen.

Die Mannschaft: Bürki – Piszczek, Sokratis, Toprak, Toljan – Castro, Weigl (80. Dahoud) – Pulisic (85. Isak), Reus (62. Götze), Schürrle – Batshuayi. Gelbe Karten: Weigl, Piszczek, Schürrle, Batshuayi. Tore: Schürrle, Batshuayi (2)

 

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