Zwischen Manchester und Bristanbul

Eigentlich ist doch alles gut. Wer hätte schon gedacht, dass Bristol City nach einem 18. und einem 17. Platz in der Championship, der zweiten englischen Liga, in dieser Saison monatelang auf einem Play-Off-Platz stehen würde? Rund um den Klub aus der südwestenglischen Großstadt ist ohnehin alles ziemlich in Butter. Man hat ein modernisiertes Stadion, Ashton Gate, mit immerhin 27.600 Plätzen. Man hat in Stephen Lansdown einen einheimischen Besitzer. Vor allem aber haben die ‚Robins‘ einen ausgewogen zusammengestellten Kader mit einer Reihe von Spielern direkt aus Bristol oder aus der eigenen Jugend.

Allerdings haben wenige der Spieler Erfahrung am oberen Ende der Championship. Genauso wie Lee Johnson, ihr 36-jähriger Trainer, Sohn von Gary Johnson, der die Robins vor einigen Jahren trainierte. Zu was diese Jungs in der Lage sind, haben sie vor allem im Ligapokal gezeigt. Mit Watford, Stoke City und Crystal Palace schalteten sie gleich drei Premier League-Klubs aus. Und ein vierter sollte im Viertelfinale folgen: Zu Gast in Ashton Gate war Jose Mourinhos Manchester United. Am 20. Dezember gelang City in der Nachspielzeit der unglaubliche Siegtreffer zum 2:1 durch Korey Smith. Woraufhin Trainer Johnson erst mal ein wildes Tänzchen mit einem Balljungen wagte.

Inzwischen hat man sich gegen Peps Man City aus diesem Wettbewerb verabschiedet. Einen Will Grigg hatten die Robins eben nicht in ihren Reihen. In der Liga ist das neue Jahr bisher bescheiden gelaufen. Erst ein Sieg (gegen die Queens Park Rangers) wollte gelingen. Und die Partie gegen den stark abstiegsgefährdeten ehemaligen Premier League-Klub AFC Sunderland brachte einen neuen Spitznamen für die Stadt am Avon hervor: Bristanbul. Wie Milan im legendären Champions League-Finale gegen den FC Liverpool verspielten die Robins eine Drei-Tore-Führung – die Begegnung endete 3:3. Obendrein waren zwei der drei Gegentreffer Eigentore – wenn auch unglückliche.

Lee Johnson nahm nach der Partie die Schuld auf sich und warf sich unter anderem vor, die Stürmer Diedhiou zu spät und Bobby Reid zu früh ausgewechselt zu haben. Obwohl City auch im folgenden Auswärtsspiel bei Leeds United an der Elland Road einen Zwei-Tore-Vorsprung nicht über die Zeit bringen konnte, nimmt das Lee Johnson kaum einer übel. Erst mal musst du dir die Vorsprünge ja auch mal rausspielen. Und noch stehen die Robins ja auf Platz 6, dem letzten Play-Off-Rang. Natürlich kommt da der Heimpartie heute Abend gegen den Tabellennachbarn Fulham (Platz 5) eine gewisse Bedeutung zu. Ob das mit dem Siegen noch mal klappt?

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