Erst harte Kost, jetzt Mozartkugeln

Europa League, Zwischenrunde / Atalanta Bergamo 1 BVB 1

Europapokal-Auftritte – sollen das nicht eigentlich Festtage sein? Borussia Dortmund erlebte dagegen in Reggio nell’Emilia, wo Atalanta Bergamo seine internationalen Spiele austrägt, einen in mehrerer Hinsicht schmutzigen Abend.

Es waren ja nicht nur die schmutzigen Trikots und die dank Kälte und Dauerregen erneut schwierigen Bedingungen. Sicher hatten letztere etwas mit der Qualität der Darbietung beider Mannschaften zu tun. Aber was der BVB in diesem K.O.-Spiel bot, zeigte nach den zuletzt positiven Ergebnissen noch mal die ganze Bandbreite der Schwierigkeiten auf, die der Klub in den nächsten Monaten bewältigen muss.

Es sind Dinge, die hier und anderswo schon ein ums andere Mal angesprochen wurden. Da hätten wir das Mitte-lastige Spiel der Borussia, bedingt auch durch die fehlende Qualität auf den Außenverteidigerpositionen. Über Toljan in seiner gestrigen Form brauchen wir ohnehin nicht zu reden. Aber wer immer noch oder erneut Piszczek oder Schmelzer wegen seines Tores als Heilsbringer sieht, hat doch auch zu viel Nostalgie gespritzt.

Mittelfeld nicht mal Mittelmaß

Wenn offensiv über die Außen wenig kommt, dann bleibt der Spielaufbau am Mittelfeld hängen. So auch gestern. Wer noch Anschauungsunterricht brauchte, wie es um die zentralen Positionen bei Schwarz-Gelb bestellt ist – bitte sehr! Klingt hart, aber für mich haben Nuri Sahin und Mahmoud Dahoud in ihrer jetzigen Form nicht mal einen Platz auf der Bank verdient. Und auch Gonzalo Castro sowie Julian Weigl, gestern Ersatz bzw. gesperrt, müssen sich strecken, um in der nächsten Saison wieder in die Nähe der Startelf zu kommen.

Weiter vorne rannten Mario Götze und vor allem André Schürre viel, ohne groß etwas zustandezubringen. Erst lange nachdem Marco Reus eingewechselt worden war, gab es in der 74. Minute den ersten BVB-Schuss, der tatsächlich auf den Kasten kam. Und doch war es Reus, der endlich ein bisschen Drang ins schwarz-gelbe Spiel brachte. Ein ordentlicher eigener Versuch, eine Vorlage und in der 83. Minute endlich der Schuss, den Atalantas Keeper Berisha unglücklich abprallen ließ. Und dann war Schmelle zur Stelle.

Es war wieder so eine Partie, wo man am Ende als einzig wirklich positive Erkenntnis festhalten kann, dass die Jungs nicht aufgegeben haben. Es hat wieder gereicht. Wichtig war das allein schon deswegen, weil ein sicher kleiner Teil der angeblich so stimmungsvollen Atalanta-Fans Michy Batshuayi mit Affenlauten bedachte. Gut, dass dieser das nach Abpfiff offen ansprach. Auch im Fernsehen war es recht deutlich zu hören gewesen. Nein, für mich taugen die italienischen Ultras ganz allgemein nicht als Vorbild. Dass sich auch die BVB-Auswärtsfans mit Pyro wieder daneben benahmen, macht den Abend zu keinem, der Fanbelangen etwas nutzen wird.

Blicken wir aufs Sportliche: In der Liga gibt es nun das unpopuläre Montagsspiel gegen Augsburg. Und im Achtelfinale der Europa League geht es bald gegen RB Salzburg. Ersparen wir also dem Brausekonzern noch ein wenig länger das interne Trainingsspiel. Ich weiß, manch einer will am liebsten gar nicht gegen die spielen. Aber wenn es sie schon gibt, dann müssen wir sie eben raushauen.

Die Aufstellung: Bürki – Piszczek, Sokratis, Toprak, Toljan (46. Schmelzer) – Dahoud (82. Isak), Sahin – Pulisic (59. Reus), Götze, Schürrle – Batshuayi. Gelbe Karten: Sokratis, Piszczek, Bürki. Tor: Schmelzer

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