Tristesse noir-jaune

54.300 Zuschauer waren am Montag im Westfalenstadion – so die offizielle Zahl. Das heißt, rund 27.000 Plätze blieben leer. Es war ein starkes Zeichen nicht nur gegen die Montagsspiele an sich, sondern auch gegen eine Entwicklung, zu der man sich verhalten muss. Natürlich gibt es die Leute, die den Ultrakommerz für den Gang der Dinge halten, einen Weg ohne Umkehrmöglichkeit. Die sich damit arrangieren. Und natürlich waren nicht alle gegen Augsburg Fehlenden wirklich Protestler. Es gibt Menschen, die es am Montag tatsächlich nicht ins Stadion schafften. Etwa viele Fans aus Augsburg. Manchem wird es zu kalt gewesen sein.

Andere wiederum dürften sich gefragt haben, was sie im Stadion erwartet. Um zur Ansicht zu gelangen: Nicht genug, um den Boykott zu boykottieren. Ich selbst hatte keine Lust, an einem Montagabend in die ferne Kneipe zu gehen, um Eurosport zu gucken. Gerade als Blogger macht es nicht wirklich Spaß, ein BVB-Spiel zu verpassen, aber es gibt Schlimmeres.

Elf Beamte sollt ihr nicht sein

Und was muss man sagen: Ein offensichtlich tristes Spiel in trister Stimmung gab uns Nichtschauern recht. Selbst Peter Stöger äußerte sich nach der Partie für seine Verhältnisse sehr unzufrieden, ganz zu schweigen von Michael Zorc. Die Schwarz-Gelben wollten den frühen Vorsprung verwalten, von „Beamtenfußball“ war die Rede. Die Gäste hatten am Ende mehr Torschüsse zu verzeichnen als die Borussia.

Michael Zorc dürfte derzeit so angefressen sein, weil er mehr und mehr realisiert, dass es tiefgreifender Änderungen an der Zusammensetzung und Einstellung des Kaders bedarf, um den BVB wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Und würde Aki Watzke seine Andeutungen bezüglich Vertragsgesprächen mit Stöger nach dieser scheinbar blutleeren Vorstellung so wiederholen? Dessen ‚tolle‘ Bilanz relativiert sich doch angesichts der Tatsache, dass zumindest in der Bundesliga Peter Bosz in der Hinserie noch erfolgreicher war – gegen dieselben Gegner.

Was zählt ist das, was jetzt kommt. Unter anderem Leipzig, Bayern und das Derby. Und natürlich RB Salzburg. Allzu optimistisch kann man da angesichts der letzten Auftritte nicht sein. Obwohl gegen die Großen wohl zumindest die Einstellung stimmen wird. Sollte das jetzt alles super laufen, spricht nichts gegen eine Verlängerung mit Stöger. Aber der sieht das selbst schon ganz richtig: Es gibt keinen Grund, in dieser hektischen, schwierigen Phase zu verhandeln.

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