Und etwas dreht sich doch

1. Bundesliga, 31. Spieltag / BVB 4 Bayer Leverkusen 0

Was passiert denn da auf dem Planeten Borussia? Kapitän Marcel Schmelzer sitzt unverletzt auf der Tribüne und die Mannschaft nimmt Bayer 04 auseinander. Ob das etwas miteinander zu tun hatte?

Wenn ich mir nach der Derby-Pleite etwas von Peter Stöger und den schwarz-gelben Jungs gewünscht hatte, dann mehr Mut. Ich hatte auf Alexander Isak in der Startelf gehofft – doch der stand nicht im Kader. Überraschungen in der Aufstellung gab es trotzdem: Götze rückte ins zentrale Mittelfeld und Jadon Sancho auf die linke Außenbahn. Hinten links spielte der Innenverteidiger Manuel Akanji. Für Schmelle. Und wie.

Doppelter Punktgewinn für Stöger

Peter Stöger traf nicht nur eine überfällige Personalentscheidung, er konnte sich am Ende der Partie auch als Taktiksieger fühlen. Mit Akanji kam der nötige Druck auf die als Schwachstelle erkannten Leverkusener Außenverteidiger zustande. Endlich funktionierte einmal ein Dortmunder Flügel von vorne bis hinten. Obendrein war der Schweizer Aushilfs-Linksverteidiger auch an einem der BVB-Treffer maßgeblich mit einem langen, präzisen Pass beteiligt.

Der zweite Volltreffer war, natürlich, Sancho. Ihm, Christian Pulisic, Marco Reus, aber auch Mario Götze und dem verbesserten Weigl war es zu verdanken, dass wir wieder ein Spiel wie zu besten schwarz-gelben Zeiten sahen. Der Junge ist einfach ungeheuer trickreich, dribbelstark, bewies aber auch Übersicht. Nicht immer und anscheinend auch nicht immer im Training, aber inzwischen versteht man, warum die Verantwortlichen ihn auf den letzten Drücker unbedingt noch haben wollten.

Unerklärliche Borussia

Ich habe ja schon zuletzt darüber philosophiert: Wie erklärt man die Schwarz-Gelben 2018/19? Ich glaube, das kann niemand zu 100 Prozent. Und auch nicht zu 80 oder 90. Ein angesichts des Gegners glänzender Auftritt, eine knappe Woche nach dem schwachen Derby. Natürlich trat die Defensive der Gäste so auf wie unsere oft genug in dieser Saison. Aber die Werkself hatte ja trotzdem Zug nach vorne. Nur dass die Dortmunder Defensive in den meisten Szenen besser aussah als zuletzt. Sokratis und Toprak taten, was sie können. Bei Akanji sah das noch ein bisschen spielstärker aus. Das ging schon in die Richtung, weswegen er geholt wurde.

Fragt mich jemand, ob jetzt alles gut wird, sage ich: Ich weiß es nicht. Der Wind hat sich in dieser Saison auf dem Planeten Borussia schon so oft gedreht. Tatsache ist, dass gestern wohl kaum jemand Marcel Schmelzer und Nuri Sahin (der auf der Bank blieb) vermisst hat. Es muss auch in Dortmund darum gehen, wer es aufgrund kurz- und mittelfristiger Erwägungen verdient hat, auf dem Platz zu stehen. Es kann nicht um den Namen gehen. Wenn ein altgedienter Borusse noch hätte für Schwarz-Gelb auflaufen sollen, dann Sven ‚Manni‘ Bender. Doch der spielte gestern für die anderen. Danach wurde er von der Südtribüne gefeiert. Und man weiß wieder, warum man gerne Borusse ist.

Die Aufstellung: Bürki – Piszczek, Sokratis, Toprak, Akanji – Weigl, Götze – Pulisic (72. Dahoud), Reus (86. Gomez), Sancho – Philipp (81. Toljan). Tore: Sancho, Reus (2), Philipp

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