Spaß mit Favre

1. Bundesliga, 5. Spieltag / BVB 7 1. FC Nürnberg 0

Wann hat Borussia Dortmund eigentlich zum letzten Mal in der Bundesliga siebenmal getroffen? Sechs Tore haben sich mir in den vielen Jahren, die ich die Schwarz-Gelben verfolge, als eine Art Schwelle eingeprägt, die wir nie überschritten haben. Oder, liebe Statistiker?

Wie konnte es also dazu kommen, dass die Borussia gegen den sehr achtbar in die Saison gestarteten Aufsteiger zu dieser seltenen Ausbeute kam? Nun, wenn man mit einer derart konservativ-defensiven, nur auf Konter lauernden Taktik im Westfalenstadion antritt, darf man sich so gut wie keinen Fehler erlauben. Zunächst klappte das bei den Gästen ja trotz Rückstand noch leidlich, man war das eine oder andere Mal auch in der Dortmunder Hälfte. Aber sie forderten den BVB im Mittelfeld zu selten, sie hatten keine gefährlichen Außen wie Hoffenheim, die Präzision war zu niedrig und die Fehlerquote zu hoch.

Gut für uns! So konnte die Borussia eine beeindruckende Leistungsschau abliefern. Und wem das zu sehr nach Business klingt: Das war super, das war elegant. Und mit Sicherheit auch Lucien Favre zu verdanken, der sich vor dem Spiel von Sky mal wieder die ewig gleichen Fragen nach Mario Götze anhören musste. Der war nicht im Kader, weil er im Moment schwächer spielt als die, die im Kader stehen. Punkt. Dass da so viele im Kader stehen, haben in erster Linie andere als der Trainer zu verantworten.

Perfekt rotiert

Favres Rotation war auf den Punkt. Der junge Jacob Bruun Larsen wieder im Team – trifft, kombiniert, bereitet vor. Der erste Auftritt von Achraf Hakimi – ein Treffer, viel Dynamik, vor allem in der zweiten Hälfte. Witsel und Delaney – souverän im Mittelfeld, Thomas mit einem Assist. Über die Innenverteidigung war in den Medien spekuliert worden – Diallo war gesperrt, sollte man dem bisher nicht eingesetzten Zagadou gleich vertrauen? Favre tat es und es war richtig.

Natürlich, es war Nürnberg. Ein Aufsteiger, der sich taktisch auch anders hätte präsentieren müssen. In solchen Spielen glänzt auch ein Marcel Schmelzer. Das klingt jetzt despektierlicher als es gemeint ist. Stammleser wissen, dass ich mich an Schmelle schon seit Jahren abarbeite. Auf der einen Seite ist da dieses fast immer volle Engagement, auf der anderen ist er ’nur‘ ein solider Außenverteidiger, der gegen nationale wie internationale Topklubs selten gut aussieht.

Aber weil das Riesenspaß gemacht hat gestern, gebe ich auch gerne Marcel Schmelzer immer wieder eine Chance. Das war ja auch Fußball aus einem Guss, von der gesamten Mannschaft. Sechs verschiedene Torschützen aus allen Mannschaftsteilen – nur Roman Bürki fehlte da ein bisschen.

Wenn wir Fans die endlich sieben Tore ausgiebig gefeiert haben, sollten auch wir uns natürlich daran erinnern, dass am Samstagabend ein Auswärtsspiel bei langsam erwachenden Leverkusenern ansteht. Ein anderer Tag, ein anderes Spiel. Auf die Aufstellung bin ich gespannt. Und die Blauen können dann wieder im eigenen Stadion mitfiebern, ob gegen Mainz der erste Punktgewinn der Saison gelingt.

Die Aufstellung: Bürki – Hakimi, Akanji, Zagadou, Schmelzer – Witsel (62. Weigl), Delaney – Pulisic, Reus (62. Kagawa), Bruun Larsen (74. Sancho) – Philipp. Tore: Bruun Larsen, Reus (2), Hakimi, Akanji, Sancho, Weigl

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