Sancho kriegt die nächste Überschrift

1. Bundesliga, 14. Spieltag / FC Schalke 1 BVB 2

Dieses Mal ist alles anders: Der BVB hat endgültig alle Schatten der vergangenen Saison hinter sich gelassen und ist nach Bayern-Bezwinger nun auch Derbysieger. Hochverdient, ohne viel Glanz, aber mit einer umjubelten Rückkehr nach Dortmund.

Beim Eintreffen des Mannschaftsbusses am Trainingsgelände, natürlich schon im Dunkeln, erleuchtete Pyrotechnik die Szenerie. Hunderte Fans feierten, Axel Witsel und Achraf Hakimi mittendrin. Neu-Dortmunder, bei denen der Abend Eindruck hinterlassen haben dürfte. Schwarz-Gelbe, die schon länger dabei sind, fühlten sich natürlich an das erste Meisterjahr unter Jürgen Klopp erinnert.

Die Partie am Nachmittag hatte die Kräfteverhältnisse der laufenden Saison gut widergespiegelt. Natürlich kam Schalke über den Kampf, natürlich wollten die Blauen. Sie brachten Härte ins Spiel, die zum Glück nie ausuferte. Nerviger war das ewige Lamentieren der Gastgeber gegenüber dem Schiedsrichter, vor allem in der ersten Hälfte. Spielerisch zeigten sich die Blauen allerdings limitiert, vor allem offensiv. Nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Burgstaller ging da kaum noch was. In Gelsenkirchen muss man sich langsam fragen, ob da nicht auch was in der Transferpolitik schief gelaufen ist.

Die Richtigen treffen

Eine Führung im Derby ist immer erfreulich – und noch mehr, wenn sie von einem Spieler wie Thomas Delaney erzielt wird. Einem Typen, den man in einem Derby braucht und der sich diesen Treffer durch seine Entschlossenheit verdiente. Ein wuchtiger Kopfball nach einer Ecke: Solche Tore dürfte der BVB gerne noch häufiger machen. Allerdings wurden die Gäste, die zuvor dominierten und ansehnlich kombinierten, nach dem 1:0 etwas passiver, ungenauer oder übermütig. Sagen wir es so: Schalke bestimmte jetzt das Niveau.

Es mangelte an echten Torszenen. Am Ende der Partie stand die Borussia bei neun, die Gastgeber bei sechs Torschüssen – und über deren Qualität sagt diese Statistik bekanntlich noch nichts aus. Burgstaller testete Roman Bürki aus kurzer Distanz, spielte aber zuvor Hand. Neben dem Elfmeter war das die einzige Großchance der Blauen. Schalke machte in der zweiten Hälfte etwas mehr, blieb auch nach dem Ausgleich dran, war aber nicht gefährlich. Und dann kam Jadon Sancho. Der 18-jährige Engländer spielte einen Doppelpass mit Raphael Guerreiro, zog dann über links in den Strafraum und traf an Fährmann vorbei ins rechte Eck. Ein großer Treffer von ihm, der in der Woche zuvor seine Großmutter verloren hatte. Ohne Zweifel hatte dieses Derby also die richtigen Torschützen. Und mit Guerreiro erneut einen eingewechselten Scorer.

Schön zu sehen war, wie weit die Blauen derzeit von Schwarz-Gelb entfernt sind. Das tut gut, das wird man ja wohl mal sagen dürfen. Die Arbeit von Zorc, Watzke und vor allem Lucien Favre ist auch unter diesem Gesichtspunkt bewundernswert. Nach dem großartigen Freiburger 3:0 gegen Leipzig sind die Bayern zumindest bis heute Abend wieder erster Verfolger der Borussia. Alles ist möglich und derzeit fühlt sich das so richtig gut an.

Die Aufstellung: Bürki – Piszczek, Akanji, Diallo, Hakimi – Witsel, Delaney – Sancho (89. Pulisic), Reus, Bruun Larsen (61. Guerreiro) – Paco Alcacer (77. Götze). Gelbe Karten: Piszczek, Hakimi, Reus. Tore: Delaney, Sancho

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