Schwarz-gelbe Weihnachtsanalyse

Wie im Flug ist die Zeit bis Weihnachten vergangen, die Fußball-Bundesliga hat noch mal eine englische Woche eingelegt. Höchste Zeit, auf die schwarz-gelbe Hinrunde insgesamt und ihre letzten Spieltage zurückzublicken. Seit dem Derby endeten BVB-Spiele immer mit 2:1-Siegen – einmal jedoch für Gegner Düsseldorf. Das sagt uns mindestens, dass es eng zugeht. Einen Durchmarsch zur Meisterschaft wird es für die Borussia nicht nur der Bayern wegen nicht geben.

Die Fortuna zeigte exemplarisch, wie man die Schwarz-Gelben auch als ‚kleiner Gegner‘ schlagen kann – wenn beim BVB die guten Ideen fehlen. Gegen einen enorm zweikampfstarken Abwehrriegel braucht man die – und außerdem eine läuferisch und gedanklich schnelle Defensive, um Kontersituationen zu entschärfen. In Düsseldorf fehlte beides. Zum Glück scheint diese Partie eine Ausnahme gewesen zu sein.

Wie man enge Spiele gegen starke Teams für sich entscheidet, zeigte wiederum die Borussia exemplarisch: im Vergleich mit der anderen aus Mönchengladbach. Eine starke Leistung der zusammengebastelten Abwehr mit Julian Weigl war hilfreich, um die Gladbacher weitgehend vom Tor fernzuhalten. Der Rest war Nicht-locker-lassen und die unglaubliche Qualität unserer Topleute Jadon Sancho und Marco Reus.

Großer Kader, kleines Problem

Damit zum großen Ganzen: Als Jadon Sancho kurz vor Schließung des Transferfensters verpflichtet wurde, sah ich das kritisch. Nicht wegen seiner Person und seinen Fähigkeiten. Sondern weil er ein weiteres Zeichen zu sein schien, dass Borussia Dortmund nun auch die Transferpolitik verfolgte, erst einmal junge, talentierte Spieler zu horten und wenig Gedanken an die Kadergröße zu verschwenden. Auf den ersten Blick lag ich hier komplett daneben. Jadon ist inzwischen der BVB-Akteur, der den Unterschied ausmacht. Ein echtes Juwel, dass Pep Guardiola gerne noch bei sich in Manchester hätte. Einer der ungemein wertvollen Spieler, die in Dribblings gehen und diese gewinnen, die dabei mehrere Gegenspieler hinter sich lassen können.

Da er und die gesamte Mannschaft so gut funktionieren, wurde der große Kader kaum noch problematisiert. Es läuft und die, die nicht spielen, bleiben ruhig. Auch die Götze-Debatte hat sich inzwischen erledigt. Michael Zorc und Aki Watzke haben gepokert und fürs Erste gewonnen. Trotzdem gibt es Spieler, die nicht zufrieden sind, nicht zufrieden sein können, und im Januar gehen wollen. Sebastian Rode, Jeremy Toljan und Shinji Kagawa dürften dazu gehören. Aber auch ein Julian Weigl, den der BVB eigentlich nicht gehen lassen will. Und ob sich Sergi Gomez trotz seines jungen Alters gerade so glücklich in Dortmund fühlt?

Lucien Favre hat meine Erwartungen übertroffen. Auch wenn ich ihm seit der Lektüre von Christoph Biermanns Matchplan positiv gegenüberstand. Ja, Pressekonferenzen und Interviews mit ihm können unergiebig sein. Ja, zu Saisonbeginn war auch hier und da  mal Glück dabei. Aber der BVB ist mit sechs Punkten Vorsprung Herbstmeister. Manchmal schien die Startaufstellung nicht zu passen. Doch Favre schaffte es fast immer, noch rechtzeitig gegenzusteuern. Er ist ein Fachmann, wie er in Biermanns Buche steht und die Spieler hören ihm zu.

Junge Spieler zu integrieren gehört ohne Zweifel zu Favres Stärken. Jadon Sancho war da fast ein Selbstläufer, aber auch Achraf Hakimi schlug nach einigen Partien ein. Und ein Mann aus der eigenen Jugend, auch wenn er nicht seit Kindesbeinen schwarz-gelb trägt: Jacob Bruun Larsen. Auf dass es so weitergehen und die Rückserie genauso viel Spaß bringen möge. Frohe Weihnachten!

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