Die Profis

1. Bundesliga, 18. Spieltag / RB Leipzig 0 BVB 1

Was mich bei Borussia Dortmund 2018/19 fast mehr als alle technischen Finessen und Zuckertore beeindruckt, war heute in Leipzig exemplarisch zu sehen. Zum Glück heute und in Leipzig. Der BVB wirkt fast nie ratlos. Gerät man, wie an diesem Unort zu erwarten, mal in die Defensive, dann kann man sich darauf verlassen, dass die Jungs hinten, besonders Julian Weigl, Abdou Diallo und Roman Bürki, einen raushauen und immer zur Stelle sind.

Mit dem sicher hart erkämpften, aber sicher auch verdienten 1:0-Auswärtssieg haben sich die Schwarz-Gelben der Leipziger als Konkurrenten wohl entledigt. Und das war phasenweise eben auch noch richtig gut bis sensationell gespielt. Gut, es war eine Ecke, die zum Tor durch Axel Witsel führte. Aber was die Borussia in den ersten 25 Minuten spielte, war schon meisterhaft. Das Passspiel der Gastgeber wurde größtenteils schon im Mittelfeld unterbunden. Witsel war auch hier extrem stark und formt mit Thomas Delaney ein großartiges, abgeklärtes Duo. Mario Götze wusste eher als Achter zu gefallen als in seiner eigentlichen Position zwischen 9 und 10. Er war ebenfalls wichtig in der Balleroberung und -verteilung, aber zum Torgefahr ausstrahlen kam er gegen die schnelle, robuste Leipziger Abwehr nicht.

Sind alle zu spät, macht Bürki den Wolff

Spätestens ab Minute 30 begann eine Phase, in der die Gastgeber deutlich mehr Ballbesitz hatten, aber durch die Dortmunder Abwehrkette oder ihre eigenen Unzulänglichkeiten frustriert wurden. Ein sehr offenes, sehr spannendes Spiel dann in der zweiten Hälfte. Leipzig wollte das Tor und es eröffneten sich Räume für die Borussen. Jadon Sancho und Maximilian Philipp ließen zwei Großchancen liegen. Besonders Philipp dürfte sich heute ärgern: Zwar hielt RB-Keeper Gulasci einmal stark gegen ihn, aber bei allem Eifer und einigen geglückten Kombinationen hätte ich mir schon mehr gute Abschlüsse von „Millie“ gewünscht.

Als dann die Leipziger irgendwann die Räume und ihre Schnelligkeit besser ausnutzten und wirklich gefährlich wurden, war Roman Bürki. Mehrmals parierte er stark und ließ den einen Lapsus, als er im Strafraum den Ball verlor, schnell vergessen. Spätestens der eingewechselte Paco Alcacer hätte die Partie für Schwarz-Gelb entscheiden müssen und so war am Ende doch ein wenig Glück dabei, als ein Leipziger Kopfball knapp am Pfosten vorbeistrich.

Zeit, wieder nach Leipzig zu fahren

Aber nochmal: Verdient war das. Und auch einfach stark, wie Julian Weigl erneut in der Innenverteidigung einsprang und die Lücke sensationell gut füllte. Noch ein Wort zu den Fans: Aus Dortmund und Umgebung, aus der Ultra-Szene, waren anscheinend wenige im Stadion. So gab es, soweit das im Fernsehen zu hören war, vor allem gelegentliche Old School-Gesänge. Ich finde, es wäre an der Zeit, dass die Ultras und andere organisierte Fans ihre Haltung überdenken. Ja, man kann es konsequent nennen, dass man dem Brause-Konzern kein Geld geben will. Aber das juckt den halt null. Support und deutlichen, aber zivilen Protest fände ich wirkungsvoller.

Geht man nur nach den Eindrücken von heute, ist Borussia Dortmund bereit, Meister zu werden. Die drei Punkte und die ganzen Sprüche des FC Bayern haben keine sichtbare Wirkung gezeigt. Ob man jetzt schon von einer Favoritenrolle sprechen kann, ist eine ganz andere Frage. So kann es weitergehen!

Die Aufstellung: Bürki – Piszczek, Weigl, Diallo, Hakimi – Witsel, Delaney – Sancho (88. Wolf), Philipp (79. Paco Alcacer), Guerreiro (76. Pulisic) – Götze. Gelbe Karten: Sancho, Bürki. Tor: Witsel

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