Feuerwerk nach einer Stunde

1. Bundesliga, 19. Spieltag / BVB 5 Hannover 96 1

Borussia Dortmund gewinnt ein Spiel, das von der Tabellensituation her schon vorher und vom Ergebnis her danach klar aussah. Manche werden vor der Partie die Warnungen von Lucien Favre im Sky-Interview belächelt haben. Niemand gibt ja gerne zu, klarer Favorit zu sein. Aber es war eben eine Stunde lang tatsächlich kein Spaziergang für den Tabellenführer.

Favre wollte sich vor dem Spiel nicht mal festlegen, wie defensiv Hannover wohl auftreten würde. Und das war mehr als eine ausweichende Antwort – sie war angemessen. 96 hatte die erste Chance des Spiels und sie stellten sich auch danach nicht nur hinten rein. Das häufige Anlaufen gerade durch die zwei Stürmer oder auch Nicolai Müller war nicht bloß reine Stichelei. Der BVB schaffte es zunächst nur phasenweise gefährlich vors Tor. Eine solche Phase begann um die 20. Minute, als zunächst Marco Reus zwei Riesenchancen vergab. Bei der zweiten, einem Pfostenschuss, war natürlich ne Menge Pech dabei. Doch dann spielte Achraf Hakimi einen einfachen Doppelpass mit Guerreiro und traf feinstens aus 16 Metern. Ein starkes Spiel von ihm, bis auf einen Schnitzer im Mittelfeld.

Ein Fehler führt zur BVB-Show

Ein Tor Rückstand schockte Hannover noch nicht sonderlich. Die Gäste blieben aktiv, ohne wirklich gefährlich zum Abschluss zu kommen. Dass Sarenren Bazee verletzt ausgewechselt werden musste, half da natürlich auch nicht. Zur Halbzeit konnte oder musste man von einem durchschnittlichen, kampfbetonten Spiel sprechen. Nach der Pause nahm die Qualität erst mal nicht zu, eher der Kampf etwas ab. Und 96 machte den entscheidenden Fehler zum Anfang vom Ende. Albornoz vertändelte den Ball, Hakimi profitierte und konnte für Reus querlegen, der den Ball künstlerisch wertvoll ins Tor beförderte.

Für eine Mannschaft am Abgrund mit einem angezählten Trainer kann sowas schon mal den technischen K.O. bedeuten. Mit einer Ausnahme lief danach für Hannover gar nichts mehr zusammen. Die Abwehr könnte man jetzt mit Käse- oder Hühner-Metaphern beschreiben, aber lassen wir mal die Mottenkiste halb zu. Sancho bereitete für Götze vor, der überragende Reus für Guerreiro, die Sache war in Minute 67 mehr als durch. Die Borussia ließ es deutlich ruhiger angehen, Favre wechselte noch zweimal. In der Schlussphase kam das einzige Lebenszeichen von 96 ausgerechnet durch den Ex-Schwarzgelben Marvin Bakalorz. Der tankte sich durch, zog ab und traf dank einer doppelten Abfälschung das Tor. Schön dass Axel Witsel in der Nachspielzeit und nach einem Eckball – ja, wieder ein Tor nach Standard – den alten Abstand wiederherstellte.

Am Ende war’s eine tolle Show im Westfalenstadion gegen angeknockte Hannoveraner. Maybe Andre Breitenreiter gets sacked in the morning. Dortmund hat jedenfalls überzeugend vorgelegt. Die Bayern werden gegen den VfB nachziehen. Oder?

Die Mannschaft: Bürki – Piszczek (70. Schmelzer), Weigl, Diallo, Hakimi – Witsel, Delaney (79. Dahoud) – Sancho, Reus, Guerreiro – Götze (66. Paco Alcacer). Gelbe Karte: Hakimi. Tore: Hakimi, Reus, Götze, Guerreiro, Witsel

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