Echter Fußball im Waldstadion

1. Bundesliga, 20. Spieltag / Eintracht Frankfurt 1 BVB 1

Man könnte glatt vergessen, um welche Millionen-Unsummen sich der Fußball heute dreht. Und dass die Klubs, um die es hier geht, beide in offiziell nach Sponsoren benannten Stadien auflaufen. Denn das gestern war echter Fußball, mit offenem Visier, aber kein simpler Kick-and-rush. Die Eintracht und der BVB trennen sich nach einem spannenden Spiel 1:1 und niemand kann sich hinterher beschweren.

Nur leichte Wackler hinten

Eintracht Frankfurt hat in dieser Saison ein richtig starkes Team. Zu dumm für sie, dass sie erst nach ein paar Spieltagen und einer Pokalrunde richtig losgelegt haben. Jetzt können Spieler wie Rebic und Jovic jede Bundesliga-Defensive in Schwierigkeiten bringen. Das geschah auch der Borussia das eine oder andere Mal. Einmal selbstverschuldet nach einem Missverständnis zwischen Abdou Diallo und Julian Weigl.

Aber diese provisorische Innenverteidigung durfte heute auflaufen, obwohl Ömer Toprak wieder spielbereit war und letztlich auf der Bank saß. Und das hat seine Gründe, denn in der großen Mehrzahl der Szenen waren die beiden auch gestern zur Stelle, klärten vieles souverän. Wenn doch alles zu spät war, half Roman Bürki, der Teufelskerl. Ob sich seine lautstarken Kritiker aus der letzten Saison noch an ihre Worte erinnern?

Reus kann Spiel entscheiden

Während die Wucht und Energie der Eintracht die Schwarz-Gelben ein paar Minuten beeindruckten, arbeiteten sie sich schnell rein ins Spiel. Sie fanden Mittel gegen das Pressing direkt am Mann und kamen selbst zu Chancen. Nach der Führung durch Marco Reus nach grandioser Vorarbeit von Guerreiro hatte der Kapitän noch zweieinhalb Großchancen in einer Drangphase des BVB. Hätte er nur die beiden annähernd hundertprozentigen genutzt, hätte die Borussia das Spiel wohl gewonnen. Deshalb ein guter, aber auch unvollendeter Auftritt von Marco.

Gerechtes Ergebnis, aber auch ein Big Point?

Die zweite Hälfte war nicht so atemlos wie die erste. Der BVB hatte deutlich mehr Ballbesitz als die Gastgeber, aber weniger klare Gelegenheiten als zuvor. Paco Alcacer setzte einen guten Freistoß oben aufs Tornetz. Die Frankfurter zeigten nun, dass sie es auch hinten drauf haben. Nach Schlusspfiff wirkten die Borussen halbwegs, manche eher mäßig zufrieden. Roman Bürki äußerte sich so:

Wir sind nicht zufrieden. (…) Wir schauen nur auf uns und hätten hier gerne gewonnen. Dann wäre es ein Topwochenende gewesen.

Der FC Bayern hat zwar verloren, die Leverkusener Tore wurden von den BVB-Fans im Stadion entsprechend bejubelt. Doch es sind sieben Punkte Vorsprung statt neun möglichen. Und mit Gladbach gibt es nun einen zweiten Verein, der ’nur‘ sieben Punkte hinter uns steht. Das Glas ist also höchstens halb voll.

Die Aufstellung: Bürki – Piszczek, Weigl, Diallo, Hakimi – Witsel, Delaney – Sancho (65. Pulisic), Reus, Guerreiro (77. Bruun Larsen) – Paco Alcacer (86. Götze). Gelbe Karten: Delaney, Weigl. Tor: Reus

 

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