Zumindest Berlin

Als am Samstag das Spiel im Berliner Olympiastadion abgepfiffen war, das Borussia Dortmund in der Nachspielzeit gegen Hertha BSC gewonnen hatte, da war sie wieder da. Die Verbindung zum Herzensverein, die eigentlich – so sagt man – ein Leben lang hält, aber dennoch aus diversen Gründen spröde werden kann.

Es geht mir gar nicht darum, dass der BVB einen Spieltag punktemäßig mit den Bayern mithalten konnte. Alle Indikatoren sprechen dafür, dass der FCB auch in diesem Jahr Meister wird. Einer davon sind die jetzt schon fürs Topspiel fraglichen Borussen. Was am Samstag wieder da war, das war das gemeinsame Bis-zum-Schluss-gehen. Mannschaft wie Fans haben sich diesen Auswärtssieg beim Angstgegner verdient. Die schwarz-gelben Jungs haben mal wieder für eine positive Überraschung gesorgt, in letzter Minute, und das war einfach geil!

In der Anfangsphase sah es anders aus. So als ob sich Hertha, wie zuletzt fast alle Gegner, auf das Dortmunder Spiel richtig gut eingestellt hätte. Frühes Stören, die Mittelfeldzentrale nicht zur Entfaltung kommen lassen, das waren die Mittel der Wahl. Thomas Delaney kam damit besser zurecht als Julian Weigl auf seiner eigentlichen Position. Allerdings waren bei den Gegentreffern auch Pech und eigene Fehler im Spiel. Nach langer Zeit patzte Roman Bürki mal wieder größer: Bei erschwerten Bedingungen wehrte er einen Schuss von Mittelstädt nicht zur Seite ab, sondern ließ ihn in den Fünfmeterraum prallen, wo Kalou zur Stelle war. Und Weigls „Schutzhand“ verursachte den Elfmeter zum 1:2.

Aber in Halbzeit 2 legten die Schwarz-Gelben dann die nötigen Schippen drauf. War beim 1:1 durch Delaney noch etwas Glück dabei, da der Ball deutlich abgefälscht wurde, konnte man beim 2:2 von einem blitzsauberen Eckball sprechen. Sancho auf den großen Zagadou, Tor. Schön, dass alle Mannschaftsteile außer Roman Bürki ein Tor beisteuern konnten. Natürlich war es auch wieder die Genialität von Jadon Sancho, die zum 3:2 führte. Ein Zuckerpass mit dem Außenrist, gutes Timing von Reus – und alle gehen steil. Bitter für Hertha BSC, aber wer die zweite Hälfte und die Torschussstatistiken gesehen hat, wird einräumen müssen: Das war verdient. Zumal die Gastgeber aus eigener Unbeherrschtheit die Partie zu neunt beenden mussten.

Wer in dieser Saison in Berlin gewinnt, muss etwas richtig gemacht haben. Gut, das Olympiastadion war auch keine Festung und die Niederlage schon die dritte für Hertha zu Hause. Aber sie haben es vielen Mannschaften und ganz besonders den Bayern richtig schwer gemacht. Ich glaube zwar weiterhin keine Sekunde daran, dass der BVB am Ende ganz oben steht. Doch aus dem Gröbsten scheinen die Schwarz-Gelben raus zu sein. Und schließlich gab es auch abseits des Spieltagskaders positive Nachrichten: Die Borussia hat Tobias Raschl, Kapitän unserer A-Junioren, sowie Torwart-Talent Luca Unbehaun mit langfristigen Profiverträgen ausgestattet. Wenn sie ihre Chancen bekommen und nicht nur als „Home-grown-Player“ den Kader auffüllen, dann geht Schwarz-Gelb hier in die richtige Richtung.

Also: Viele Aspekte des Spitzenfußballs gehen mir weiter auf die Nerven (siehe letzter Post), aber der BVB und ich werden mehr als nur Freunde bleiben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s