Perfekter Tag: BVB gewinnt dreckig und in letzter Minute

1. Bundesliga, 27. Spieltag / BVB 2 VfL Wolfsburg 0

Genau so gewinnt man etwas – und sei es nur ein Spiel gegen Wolfsburg. Lange hatte Borussia Dortmund ohne den werdenden Vater Marco Reus nicht die richtigen Mittel gefunden, auf der Suche nach der Lücke bei den stark verteidigenden Wolfsburgern. Ja, die Gäste hatten sogar zielstrebiger ausgesehen. Unverdient war der späte Sieg trotzdem nicht: Die Borussia gab mehr Torschüsse insgesamt sowie mehr Schüsse aufs Tor ab. Wer sich bis zur letzten Sekunde abrackert, auch wenns mal nicht läuft, wird eben manchmal belohnt.

Ohne Zweifel war das über weite Strecken ein mäßiges Spiel der Schwarz-Gelben. Wolfsburg ist inzwischen auch eine gute, disziplinierte Mannschaft – außer gegen Bayern. Und man muss es deutlich sagen: Bei allem Lob der letzten Zeit kann Mario Götze Marco Reus nicht ersetzen. Er ist nicht (mehr) wendig, schnell und instinktsicher genug. Es fehlte allgemein die Kreativität gegen gut verschiebende und defensivstarke Wolfsburger. Marius Wolf wirkte über rechts zwar engagiert, aber er hat zu viele Ungenauigkeiten und Ballverluste in seinem Spiel. Gefallen haben mir hauptsächlich Dan-Axel Zagadou und mit Abstrichen Akanji und Witsel.

Nicht dass die Gäste unglaublich viel Torgefahr ausstrahlten. Roman Bürki musste in der ersten Hälfte einen Schuss von Weghorst von links um den Pfosten lenken. Für den BVB setzte Alcacer den Ball knapp übers Tor. Dass am Ende ein Standard die Führung bringen sollte, war zuvor nicht abzusehen. Einmal war Zagadou bei einem Freistoß von außen frei, traf den Ball aber leider nur mit der Schulter. Die zwei zentralen Freistöße in der regulären Spielzeit der zweiten Hälfte waren noch weniger der Rede wert: Paco Alcacer schoss meilenweit drüber, Guerreiro Torwart Casteels in die Arme.

Weiter, immer weiter

Hoffnungslos war ich trotzdem nicht, als es in der Nachspielzeit noch mal Freistoß für die Borussia gab. Denn die Position war einfach extrem gut. Nur 17 Meter Torentfernung, fast zentral. Dass Paco den dann reinmachen würde, hätte ich nicht unbedingt gedacht, sondern eher auf einen anderen Schützen getippt. Anyway, Stürmer halt. Paco’s back!

Wie der BVB dann die restlichen Minuten der Nachspielzeit runterspielte, war aber auch stark. Ohne großes Risiko, aber durchaus weiter nach vorne orientiert. Und so kam es, dass nach einem Ballverlust der Wolfsburger am BVB-Strafraum die richtigen Spieler mit nach vorne liefen. Natürlich Jadon Sancho, der wie ein Stürmer dann eben doch irgendwann da ist, rannte und den entscheidenden Pass in die Mitte brachte. Stark auch, wie der eingewechselte Jacob Bruun Larsen den durchließ zu Paco. Schlenzer, 2:0. Das Stadion aus dem Häuschen, dem Fernsehgucker-Augenschein nach!

Man konnte nicht wirklich damit rechnen, am Ende dieses Spieltags vor den Bayern zu liegen. Dass der SC Freiburg dabei eine Rolle spielte, ist umso schöner. Was gibt es an diesem Klub nicht toll zu finden? Gute beständige Arbeit, die da gemacht wird, unaufgeregt, mit Christian Streich und bald einem neuen Stadion. Dank denen kann der BVB mit einem guten Gefühl ins Topspiel gehen. Man ist in München sicher kein Favorit. Aber wenn irgendwie drei Punkte gelängen, läge man doch wieder ordentlich im Meisterschaftsrennen.

Die Aufstellung: Bürki – Wolf, Akanji, Zagadou, Diallo (50. Hakimi (74. Bruun Larsen)) – Witsel, Delaney – Guerreiro, Götze (81. Dahoud), Sancho – Paco Alcacer. Tore: Paco Alcacer (2)

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