Nichts für schwache Nerven: Entscheidung vertagt

1. Bundesliga, 33. Spieltag / BVB 3 Fortuna Düsseldorf 2

Das Herzschlagfinale haben wir vielleicht schon hinter uns: Gegen zehn Mann zittert sich der BVB zu einem 3:2 gegen Düsseldorf. Und das, obwohl die Schwarz-Gelben in der Nachspielzeit sogar noch das 3:1 erzielten. Aber sie haben geschafft, was nicht jeder schafft: einen Heimsieg gegen Friedhelm Funkels Fortuna, die neben der Eintracht zu den positiven Überraschungen der Saison zählt. Und so fällt die Entscheidung über den neuen deutschen Meister tatsächlich erst am 34. Spieltag – zum ersten Mal seit zehn Jahren.

Souverän war das alles im Westfalenstadion natürlich wieder nicht. Dafür unglaublich spannend in der Schlussphase und endlich wieder mit einem Happy-End für die Borussia. Begonnen hatte alles mit forschen Gästen, die sogar kurz an den Führungstreffer durch Lukebakio glauben durften, ehe die Abseitsentscheidung von Schiedsrichter Stieler bestätigt wurde. Als der BVB gefährlicher wurde, zog sich die Fortuna zurück. Und man sah wieder viel Uninspiriertes von den schwarz-gelben Jungs, die es ohne Marco Reus gegen stabile Teams erst recht nicht leicht haben.

Tore, Patzer, Emotionen

Emotionen gab es aber noch früh genug. Zum ersten Mal, als ausgerechnet der scheidende Christian Pulisic endlich die Führung köpfte. Beteiligt schon da: Thomas Delaney, der zuvor querlegte. Pulisic ist einer von den guten Jungs, denen man einen Wechsel, noch dazu für eine solche Mega-Summe, nicht übelnehmen kann. Entsprechend fiel bei seiner Auswechslung kurz vor Schluss auch der Beifall aus.

Kurz nach der Pause dann der Rückschlag: Bürki-Ersatz Marwin Hitz rutscht der Ball nach einem absolut haltbaren Schuss erst durch die Hände und dann durch die Beine. Ein noch deutlich kapitalerer Fehler als der von seinem Torwartkollegen und Landsmann in der Vorwoche. Und damit der dritte Schweizer aus den eigenen Reihen, der uns in den letzten zwei Spielen ein Gegentor einbrockt. Ist natürlich nur eine Statistik: Selbstverständlich haben Manuel Akanji und noch viel mehr Roman Bürki eine gute Spielzeit hinter sich.

Es ging im Sechs-Minuten-Takt weiter: Erst das 2:1 durch Thomas Delaney per sattem Nachschuss. Hätten wir mehr von seiner Sorte, dann würden wir vermutlich weniger zittern. In Minute 59 verschießt dann Lukebakio einen nicht ganz eindeutigen Elfmeter. Der auch wegen kompletten Abstoppens im Anlauf nicht hätte zählen dürfen.

Ein echter Nail-biter

Beschleunigter Herzschlag dann vor allem in den letzten 15 Minuten. Zunächst gab es Rot gegen Düsseldorfs Bodzek nach einem Foul mit gestrecktem Bein gegen Sancho. Klare Sache, wenn man an Dortmunds Doppel-Rot aus dem Derby denkt. Dann endlich krönt Mario Götze seine Rückkehr zu guter Form mit dem wichtigen 3:1. In der Nachspielzeit – das sollte doch die Entscheidung sein? Aber so ist das eben in 2019 nicht mehr: Gegen zehn Mann bekommt Schwarz-Gelb noch den Anschlusstreffer und um ein Haar sogar den Ausgleich. Wer da nicht gezittert hat, ist kein Borusse.

Die Medien hätten natürlich die Rensing-Story geliebt (der Fortuna- und Ex-Bayern-Keeper war gegen Ende mit vorne im Trubel). Aber sie werden sich auch mit der Entscheidung am letzten Spieltag arrangieren können. Aki Watzke hat schon Recht: Stand heute kann nur noch der FC Bayern etwas verlieren. Nach wie vor spricht vieles für den Tabellenführer: zwei Punkte Vorsprung, besseres Torverhältnis, Heimspiel. Normalerweise machen die Bayern das zu Hause klar. Aber sollte der Rekordmeister eben gegen das vorherige Team seines Trainers verlieren und der BVB im Borussen-Duell siegen… wäre in München und Dortmund auf unterschiedliche Art der Teufel los. Beide Gegner der Titelaspiranten sind zudem selbst Kontrahenten um die Champions League-Plätze – niemand wird also irgendjemand etwas schenken. Hat was.

Die Aufstellung: Hitz – Piszczek, Weigl, Akanji, Guerreiro – Witsel, Delaney – Pulisic (90. +1 Schmelzer), Götze (90. +5 Philipp), Bruun Larsen (61. Sancho) – Alcacer. Gelbe Karte: Pulisic. Tore: Pulisic, Delaney, Götze

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