Transfer-Triple: Schuuulz, Hazard und Brandt zum BVB

Die Namen dieser drei Bundesliga-Spieler gingen schon einige Tage durch die Medien, die sich immer sicherer wurden, Nico Schulz, Thorgan Hazard und Julian Brandt bald in schwarz-gelb zu sehen. Aber dass es dann sowas von schnell ging… Gestern verkündete Borussia Dortmund gleich zwei Transfers: den von Hazard für 25,5 Millionen Euro plus Boni von Mönchengladbach und auch schon den von Brandt für festgeschriebene 25 Millionen aus Leverkusen. Zwei Kracher für die Offensive an einem ganz normalen Mittwoch. Linksverteidiger Schulz war einen Tag zuvor für ebenfalls 25,5 Millionen von der TSG Hoffenheim verpflichtet worden.

Sportlich macht jeder der drei für sich genommen absolut Sinn: Nationalspieler Nico Schulz bringt Geschwindigkeit und Vorbereiter-Qualitäten für die linke Seite. Natürlich dürften sich die Perspektiven von Marcel Schmelzer dadurch weiter verschlechtern. Aus sportlicher Sicht habe ich damit wenig Probleme. Thorgan Hazard als technisch versierter offensiver Außenspieler und Julian Brandt als starker Offensiv-Allrounder sind für den BVB qualitativ ein weiterer beträchtlicher Schritt nach vorne. Obwohl sie noch mehr oder weniger jung sind (Hazard 26, Brandt 23 Jahre), bringen sie weitreichende Erfahrung aus Bundesliga und Nationalmannschaft mit.

Das macht Appetit auf die nächste Saison. Einige Medien haben auch schon den ablösefreien Wechsel des Barca-Nachwuchsspielers Mateu Morey als perfekt vermeldet, doch offiziell verkündet wurde der noch nicht. Weil angesichts der größeren Namen noch keine Zeit war – oder gab es beim verletzungsanfälligen Rechtsverteidiger Probleme beim Medizincheck? Kommt Morey, dürfte es ihm zunächst ähnlich ergehen wie Sergi Gomez, der bisher überhaupt keine Rolle spielt. In der nächsten Spielzeit werden Achraf Hakimi und Lukasz Piszczek die ersten Anwärter auf den Platz rechts hinten sein, sofern sie fit bleiben.

Gibt es einen Riesenkader?

Bei allem Respekt für die erfreulich früh abgewickelten Transfers, für die in der heutigen Zeit für Nationalspieler fast moderaten Summen: Es gibt ein Aber. Das offensive Mittelfeld wird wieder extrem dicht besetzt sein. Außerdem kommen Stand heute sieben verliehene Spieler zurück, die man teils fast schon nicht mehr auf dem Schirm hatte, wie etwa Andre Schürrle, Jeremy Toljan oder der verletzte Sebastian Rode. Michael Zorc und Aki Watzke müssen sich mehr als im letzten Jahr darum bemühen, auch Spieler abzugeben – sonst nimmt der Kader irgendwann Ausmaße wie beim FC Chelsea an.

Zurück zu unseren Neuzugängen: Natürlich kommt nun Kritik, der BVB bediene sich so ungeniert bei der Liga-Konkurrenz wie früher die Bayern. Besonders gern hört man das von Fans des Rekordmeisters, die die Unterschiede zur singulären Transferpolitik ihres Vereins ab 2013 ff nicht erkennen (wollen). Tatsächlich ist es so, dass die Schwarz-Gelben nun drei Topspieler von potenziellen Konkurrenten gekauft haben. Man muss sich der Kritik also schon stellen.

Die neue Transferstrategie, auf Nationalspieler mit Erfahrung zu setzen, zielt aber vor allem darauf ab, noch mal an den FC Bayern ranzukommen. Hans-Joachim Watzke hat das ja bezüglich 2019/20 offensiv formuliert. Ob das klappt, ist fraglich – es wird vor allem darum gehen, die Chancen darauf nicht absinken zu lassen. Für die Bundesliga könnte das bedeuten, dass die Lücke zwischen den ersten zwei bis drei und dem Rest noch größer wird.

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