Konstanz liegt am Bodensee

1. Bundesliga, 17. Spieltag / TSG Hoffenheim 2 BVB 1

Zwei Spiele nach Mainz ist beim BVB gefühlt wieder alles ungut. Während die Partie gegen Leipzig vor allem ergebnistechnisch negativ war, erkannte man in der zweiten Hälfte in Sinsheim wieder die gleiche Spielweise, die die Fans bis vor wenigen Wochen so aufgeregt hatte. Schwarz-Gelb lässt sich alle drei Punkte abnehmen und das war absolut absehbar.

Eine gute Hälfte

Es ist ja in dieser Saison kein neues Phänomen, dass die Borussia Spiele mindestens phasenweise aus der Hand gibt. Nur war es gestern besonders frustrierend, weil man gegen solche Hoffenheimer einfach gewinnen musste. In den ersten 45 Minuten hatten die Gastgeber genau eine, wenn auch gute, Gelegenheit, als Skov einen Freistoß aus großer Distanz an die Unterkante der Latte schoss. Dortmund wirkte dagegen souverän, und über rechts mit Hakimi und Hazard immer wieder gefährlich. Leider reichte es nur zu Götzes Treffer. Außer bei zwei, drei starken Szenen war bei Mario sonst viel Luft nach oben.

Nun ist es wirklich unglücklich, wenn mit Mats Hummels und Thorgan Hazard zur Pause der Abwehrorganisator und der offensive Top-Performer der letzten Wochen wegbrechen. Bei Hazard gibt es bis dato noch keine mir bekannte belastbare Aussage, ob und wie schwer er verletzt war. Doch selbst wenn der Doppelwechsel unvermeidbar war: Hier lag Lucien Favre falsch. Er brachte den – wie sage ich es respektvoll – Veteranen Lukasz Piszczek und Jacob Bruun Larsen – der sich bei seinen wenigen Auftritten bisher nicht aufdrängen konnte. Mutig und wohl sinnvoller wäre es gewesen, Leo Balerdi endlich mal eine echte Chance in der Innenverteidigung zu geben und Hazard durch Guerreiro oder gleich Alcacer zu ersetzen.

Auf Wiedervorlage: die Suche nach den Gründen

Man sah es kommen, dass die TSG noch mindestens einen Treffer erzielen würde. Kennt man ja: Vorne hatte der BVB sogar noch einige im Ansatz gute Szenen, bei denen aber die letzten Bälle zu ungenau oder zu eigensinnig (von Hakimi) waren. Hoffenheim wäre gestern einfach zu schlagen gewesen. Doch im letzten Viertel der Partie gaben die Schwarz-Gelben immer mehr die Kontrolle ab, standen tiefer und wirkten immobiler. War das ein Kraftproblem oder fehlten Impulsgeber? Piszczek, zu diesem Zeitpunkt Kapitän, war jedenfalls keiner. Beim 1:2 gab er zudem nur Geleitschutz, so dass der eingewechselte Adamyan recht problemlos zu Torschütze Krmaric flanken konnte.

Schlusspfiff nach rund 95 Minuten – und jede Euphorie ist wieder weg. Natürlich kommt die Winterpause jetzt wie gerufen, natürlich werden einige wichtige Akteure danach wieder mit dabei sein. Aber die Lehre von Sinsheim ist auch: Spieler und Trainer treffen zu viele falsche Entscheidungen und der Kader ist qualitativ doch nicht so dicht wie gedacht. Viel Stoff zum Nachdenken für die Verantwortlichen.

Und die Fans?

Zwischendurch mal eine Zeit lang „Scheiße scheiße Hoffenheim“ singen ist vollkommen OK. Verneinen, dass Dietmar Hopps Mutter mal im Rotlichtmilieu gearbeitet hat, ist fast schon cool und natürlich die Wahrheit. Aber dann doch wieder billige Beleidigungen auszupacken, ist einfach blöd rechthaberisch. Es schadet potenziell dem Verein, es schadet den BVB-Fans aus dem Rhein-Neckar-Raum und bringt niemand was. Hoffenheim ist nicht Leipzig und Dietmar Hopp auch nicht Dietrich Mateschitz.

Die Aufstellung: Bürki – Akanji, Hummels (46. Piszczek), Zagadou – Hakimi, Weigl, Brandt, Schulz – Götze (85. Paco Alcacer) – Hazard (46. Bruun Larsen), Sancho. Gelbe Karte: Akanji. Tor: Götze

 

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