Blamage reloaded

1. Bundesliga, 34. Spieltag / BVB 0 TSG Hoffenheim 4

Zum Glück ist diese Saison vorbei. Das werden sich heute auch Fans anderer Vereine sagen. Nicht viele haben jedoch Grund, mit so richtig schlechter Laune in die Sommerpause zu gehen – außer bei den Absteigern und beim BVB. Mag sein, dass der sehr schale Beigeschmack abklingen wird, den uns die Schwarz-Gelben gegen Hoffenheim mitgaben. Aber es nervt schon arg, dass man aus dem Mainz-Spiel nichts gelernt hat. Und es ist gerade der Kontrast – das Wissen aus dem Leipzig-Spiel, dass sie es so viel besser können – der nervt.

Es gibt Apologeten, die dieses Saisonende nicht so hoch hängen wollen. Schließlich sei man ja Zweiter, mit Rekordtorzahl, die Saison sei wegen Corona und den fehlenden Zuschauern sowieso etwas Besonderes und auch so lang gewesen. Und es gehe ja nun wirklich um nichts mehr. Gut, man kann die Meinung vertreten, dass es egal ist, ob Hoffenheim oder Wolfsburg direkt die Europa League erreichen. Aber der Anspruch der Schwarz-Gelben muss höher sein – ergebnisorientiert in jedem Spiel, auch und gerade aus einer sportlichen Haltung heraus. Dass es anders geht, hat der FC Union gezeigt: Die spielten auch ohne Fans, haben auch von Hoffenheim einen mitgekriegt, aber heute gegen Düsseldorf noch mal alles gegeben.

Heute wurde es endgültig klar, auch wenn es in dieser Saison aus den Mündern mancher Fernsehjournalisten so abgedroschen klang: Borussia Dortmund, die aktuelle Mannschaft, hat ein Mentalitätsproblem. Es ist eine Frage der Einstellung, wenn man am letzten Spieltag so auftritt. Vor allem, wenn man es im Heimspiel zuvor auch schon getan hat. Ja, es war eine ungewohnte Abwehrformation. Aber obwohl Balerdi tatsächlich nicht überzeugen konnte: Schlecht gespielt hat fast die komplette Mannschaft, inklusive Einwechselspieler – Ausnahme: Dan-Axel Zagadou. Warum trifft Jadon Sancho in der zweiten Hälfte so viele falsche Entscheidungen, spielt so viele schlampige Pässe – wie übrigens auch Julian Brandt? Wir wissen ja, wie viel besser sie es können. Es betraf junge wie alte Spieler – Giovanni Reyna und Erling Haaland waren schwach wie Mats Hummels und Lukasz Piszczek.

Nur fünf Minuten sah man der Borussia an, dass sie sich etwas vorgenommen hatte. Sobald die Gäste Druck machten, ließen sich die Gastgeber treiben. Im Beitrag zum Mainz-Spiel stand schon einiges, was heute auch wieder zu sagen ist: Das war Alibi- und manchmal überhaupt kein Pressing von Schwarz-Gelb. Man war enorm weit weg vom Gegner, ließ die Hoffenheimer Offensive viel zu lange gewähren, ohne in Zweikämpfe zu gehen. Die einzige Idee nach vorne waren Distanzschüsse. Deutlich wurde auch mal wieder, dass ein echter Stürmer im Kader für eine vermeintliche Spitzenmannschaft zu wenig ist. Warten auf Moukoko!

Zu diesem Scheißspiel passte dann auch, dass die Schiedsrichter ihre Serie lächerlicher Elfmeter-/Nicht-Elfmeter-Entscheidungen gegen den BVB mit Guido Winkmanns Pfiff gegen Mats Hummels krönten. Der hatte sich Dabbur ein klein wenig in den Weg gestellt – mir ist keine Strafstoßentscheidung nach einer ähnlichen Szene bekannt. Nicht, dass der Elfer spielentscheidend gewesen wäre – es war der Treffer zum 0:4.

Gerade wurde noch über die diversen Personalentscheidungen in Dortmund diskutiert (ein Artikel hierzu folgt), sportlich schien die Saison bereits abgehakt. Falsch gelegen, denn dieses Spiel – und alle ähnlichen Partien der Saison – sollte(n) ein Nachspiel haben und für weitere Diskussionen sorgen.

Die Aufstellung: Bürki – Piszczek (70. Schulz), Hummels, Balerdi (65. Zagadou) – Morey, Brandt, Witsel, Guerreiro (46. Sancho), Reyna (65. Raschl) – Hazard (46. Hakimi), Haaland. Gelbe Karte: Balerdi.

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